Baltikum Tour 2

im lettischen Knast

 

Zu Sowjetzeiten war die Kueste von Kaliningrad streng bewachtes militaerisches Sperrgebiet. Jetzt, zwanzig Jahre spaeter fahren wir durch die Gebiete, die aus Betonruinen und touristisch kaum erschlossene Gebiete bestehen… 

Auf der kurischen Nehrung rollen wir ueber eine Landzunge zwischen Festland und Meer. Noch sind wir in Russland, das bedeutet kyrillische Beschilderung und kaum Menschen, die englisch oder deutysch sprechen. Nach langem Suchen finden wir einen Campingplatz, der wirklich gut versteckt zwischen Wald und Strandduene liegt. Der Weg fuehrt duch enges Gestruepp, eigentlich nur zu Fuss oder eben mit dem Motorrad zu erreichen.

 

Es stehen ein paar Zelte da, aber kein Mensch zu sehen und keine Rezeption. Wenn nicht die selbstgezimmerten Toiletten stehen wuerden, haetten wir das fuer wildes Campen gehalten.  Erst nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben kommt ein Junge namens Alexej und erklaert, dass er der Platzwart ist. Wir bezahlen und bekommen sogar eine offizielle Rechnung mit Stempel. Zum Abendessen gehen wir 50 Meter zum Strand und erleben einen grandiosen Sonnenuntergang.

 

Die Grenze zwischen Kaliningrad/Russland und Litauen verlaeft auch direkt durch die kurische Nerung. Wir passieren den kleinen Grenzposten, auch das bedeutet Papierkram und Wartezeit. Litauen ist wieder Westeuropaeischer, der Campingplatz in Nida hat ADAC Standart und Wohnmobile. In dem Moment, wo wir das Zelt halb aufgebaut haben kommt ein heftiges Gewitter und binnen weniger Minuten ist das Innenzelt vollgeregnet, bevor wir das Aussenzelt drueberbauen koennen. Das Wasser steht 3 cm hoch, was fuer ein Desaster.

Zum Glueck bekommen wir noch ein Gaestezimmer, wo ir unsere Klamotten ausbreiten und trocknen koennen. Litauen durchfahren wir im Regen und kurz nach der offenen Grenze (ein Hoch auf das Schnegener Abkommen) biegen wir vom Weg ab zu einem kleinen Fischerdorf, das ebenfalls Nida heisst. Der Feldweg scheint an einem der kleinen Holzhaeuser zu enden. Als ich nach dem Weg fragen will, werden wir gleich eingeladen, reinzukommen. Es ist ein Ferienhaus und die Bewohnerin, die auch Nida heisst laedt uns ein fuer eine Nacht zu bleiben. Zusammen mit anderen litauischen Gaesten verbringen wir einen scheoenen Tag im Haus am Strand. Und trockenen dabei noch unser Zelt auf dem Dachboden.

Die naechste Nacht verbringen wir in einem Militaergefaengnis in Liepaja. Ein Teil dieser Stadt war Sperrgebiet mit Kasernen und Marinehafen. Erst russisch, dann im 2. Weltkrieg deutsch, dann sowjetisch und zum Schluss vom lettischen Militaer. Das ehemalige Gefaegnis ist mittlerweile ein Museum und ein skurriles Angebot ist die Moeglichkeit, in eine Zelle zu uebernachten.

Wir verbringen eine Nacht in dem stinkenden, dunklen Raum und sind neben der jungen Museumsfuehrerin Evita die einzigen Gaeste in diesem Gebauede.

2 Gedanken zu „Baltikum Tour 2

  1. Es ist eine wahre Freude über Eure Abenteuer zu lesen und vor allem auch die Fotos sind wunderbar professionell! Tolle Idee mit dem Podcast! Ihr könnt Euer Hobby wohl bald zum Beruf machen! Gut, dass ihr so mutig ward und Eure Jobs aufgegeben hattet um Euren Traum zu leben! Alles Gute Euch weiterhin! Liebe Grüsse aus Wales, Manu

  2. Hallo Manu,
    Reisen bereichert das Leben, aber das weisst Du ja besser als wir.
    Liebe Grüsse aus Estland!
    Claudio

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