Orientierungslos mit GPS

eTreX GPSNachts unterwegs auf russischen Landstrassen. Wir knattern mit unserer Reiseenduro vorbei an kleinen, kaum beleuchteten Dörfchen. Es ist schon lange dunkel und ich habe keine Ahnung wann wir ankommen, das GPS zeigt uns nur den Weg zu einem Campingplatz, der sich angeblich südöstlich von St. Petersburg befindet. Die Koordinaten fand ich irgendwann mal im Motorradreiseforum, keine Ahnung ob die noch aktuell sind. Plötzlich ist der Bildschirm dunkel. Das Netzkabel hat öfter einen Wackelkontakt, also fummel ich ein wenig herum und schalte das Navi wieder ein. Es tut sich nichts. Erst nach mehrmaligem hektischen An- und Ausschalten merke ich, dass es noch funktioniert, nur die Bildschirmbeleuchtung war abgeschaltet.
Mittlerweile ist es mir öfter passiert, dass das GPS keinen Strom mehr über das Netzkabel zieht und dann auf Batteriebetrieb umschaltet. Den Saft bekommt das kleine Garmin „eTreX“ über ein Mini-USB Kabel. Diese GPS Gerät ist ein absolutes Outdoorgerät mitwasserdichtem Kunstoffgehäuse, lediglich der USB Anschluss macht immer wieder Ärger. Und das Kabel muss ich jedes Jahr auswechseln, da es regelmässig verrostet. Ein rostfreies USB Kabel konnte ich beim besten WIllen nicht finden.
Mittlerweile ist das eTreX zum dritten Mal kaputt. Es nimmt gar keinen Strom mehr an, egal ob Batterie oder Netzkabel. Es wird Zeit für ein neues.
Ich bin kein GPS Freak. Ich weiss nicht, wie man eine Route im Vorhinein programmiert oder Karten aus dem Netz importiert. Für unsere Reisen habe ich mir nur die jeweils passenden Daten auf einer SD Karte besorgt, ein Ziel in Navi eingegeben und fertig. Bei der Vorbereitung der Portugalreise habe ich zum ersten mal eine wirklich interressante Route als Tipp bekommen. Einmal durchs Land, komplett offroad. Und ich konnte sie nicht auf das GPS Gerät laden, da es zu viele Wegpunkte waren, aus denen die Route bestand. Der Speicher des Navi war eindeutig zu klein – wirklich schade.
Also mache ich mir langsam Gedanken über ein neues GPS, dass einen besseren Stromanschluss hat und mehr Punkte speichern kann.
Im Motorradkarawaneforum schaue ich mich nach Tipps um. Da alle Nase lang neue Geräte auf den Markt kommen, helfen zu alte Beiträge nicht weiter.
Aktuell scheinen die Modelle „Zumo“ und „Montana“ von Garmin state of the art für Motorradnavigation zu sein. Doch erst einmal muss ich schauen, ob Garmin mein altes Navi repariert oder austauscht. Ich fahre damit zwar schon seit fünf Jahren durch die Welt, doch erst vor knapp zwei Jahren wurde es auf Kulanz gegen ein neues ausgetauscht. Vorgestern habe schickte ich das Gerät als Paket an Globetrotter, bei denen ich es gekauft hatte. Ich bin gespannt auf deren Rückmeldung.

18 Gedanken zu „Orientierungslos mit GPS

  1. Garmin repariert leider gar nicht, Ersatzteile gibt es auch nicht. Bei der eTrex-Reihe ist die Verklebung der Gummiarmierung ein häufiger Umtauschgrund, da gab es immer ein neues Gerät, aber das eigentliche Problem wurde eben leider nicht gelöst.
    Bei meinem Legend hcx ist auch schon das Ende nahe was den Gummi betrifft, aber es muss noch etwas halten. Da ich es auch fürs Cachen nutze, wird mein nächstes wohl ein Dakota 20.
    Das Problem mit dem USB hatte ich bisher noch nicht in dem Maße, aber ich habe auch kein festes Kabel am Fahrzeug, nur USB-Dosen, an die die entsprechenden Kabel für GPS, Handy usw bei Bedarf gesteckt werden.
    Beim GPSmap 60 gab es ja noch den vierpoligen Stromanschluss für 12-24V, der war deutlich unanfälliger, aber leider wurde der auch beim Nachfolger GPSmap 62 eingespart.

    Ein reines Motorradnavi hatte ich bisher noch nicht genutzt, sind ja auch nicht gerade erschwinglich, auf meiner letzten größeren Tour hatte ich zusätzlich zum Garmin ein einfaches Autonavi, aber mehr als grobe Richtung zu einem Wegpunkt sind wir da eh nie gefahren und da reichten die 1000 Wegpunkte des Garmin dicke, schließlich waren da ja auch noch jede Menge Caches drauf. 😉

    • Stimmt, gerade las ich die Antwort von Garmin. Sie bieten mir für 100.- € ein Austauschgerät an: genau dasselbe eTreX. Dabei ist das schon ein Austauschgerät und noch sind die 24 Monate Gewährleistung nicht verstrichen. Ich sehe nicht ein, ständig mein GPS einzuschicken und schon gar nicht auch noch 100,- dafür zahlen.

  2. Ich hab mich schon manches mal über Garmin geärgert und noch einige andere ähnliche Geschichten gehört.
    Aber Garmin hat aus meiner Sicht einen unschlagbaren Vorteil: es gibt viele freie Karten dafür im Netz. Ich fahre mittlerweile regelmäßig mit bis zu drei verschiedenen Karten, zwischen denen ich dann bei Bedarf umschalte.
    Für Europa ist das allerdings unnötig. Da würde ich mir eher von einem anderen (viel preiswerteren) Anbieter ein GPS holen.
    Falls Du doch in den (teuren) sauren Apfel beissen willst, empfehle ich das Zumo660.
    Gruß aus Kambodscha

  3. … 660er ist ok, das 220er wuerde auch passen hat aber auch so eine fummeligen anschluss … oder back to the roots … 276er … das habe ich schon seit langem … laeuft … und hat mich bisher nie im stick gelassen (ok ich habe mit heuer einen neuen stuetzaccu gegoennt .. 45€) …
    gruss aus meefrangn
    hertschi

  4. Ich bin auch grad auf der Suche und habe das Zumo 660 im Blick… Was mich allerdings bei meinem Nüvi 2.irgendwas vor zwei Jahren geärgert hat, waren die ziemlich schlechten Karten für die Türkei. Hatte die neueste Türkeikarte gekauft mit angeblich guter Abdeckung, doch außer auf den größeren Haupstraßen und Autobahnen stand ich oft im Nirgendwo. Ein anderer Motorradfahrer hatte ein Tom Tom mit ebenfalls aktueller Karte, das kannte sogar jeden Feldweg.

    Vielleicht hat sich das ja mittlerweile gebessert… oder ich geh dem Tipp von Panny mal nach und such nach alternativen Karten im Netz.

    Grüße aus Kerpen
    Stefan

    • Perfekt sind die Garmin Karten wirklich nicht. In Brasilien hat das GPS mich manchmal im ländlichen Bereich 10km (!) neben der realen Landstrasse verortet. Aber in der Stadt z.B. Rio zielsicher durch den Großstadtdschungel geführt. Auch in Portugal führte uns die Garmin Europa Karte manchmal auf nicht existierende Strassen, teilweise mussten wir dann per Luftlinie navigieren. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, Routing, „Gefühl“ und Karte zu kombinieren.
      Was ich klasse fände wäre die Routing funktion „Autobahn vermeiden“. Das hat das eTreX nicht drauf.

      • Autobahn vermeiden kann das eTrex mit entsprechenden OSM-Karten auch (Fahrradmodus usw).
        In Schweden hatte ich die Garmin und eine OSM-Karte, letztere war zumindest dort wo ich unterwegs war, deutlich detaillierter und hilfreicher als die Garminkarte. In der Zwischenzeit hat sich auch sehr viel bei OSM getan und ich nutze nur noch diese.

    • … mir hat i.d.R. die alte Word Map … und natuerlich Karte weitergeholfen … es kommt selten vor das ich auf Tour eine Hausnuimmer in irgendeinem Wohngebiet suchen muss

  5. wenn des 62er auch nur ne usb Versorgung hat muss ich wohl doch nach nem gebrauchten 60er suchen und hoffen dass der gummierte ein/aus-Schalter noch nicht kaputt is. Der Display Kontrast könnt besser sein und bei das Barometer war irgendwann kaputt aber sonst hat des 60er recht zuverlässig funktioniert.

    • Hey Crespo, das ist doch mal ein Tipp. Danke! Gibt es denn auch einen Mini-USB-auf-offenes-Kabel-Stecker mit dem ich den Superseal anschliessen kann? Oder schneidest du einfach ein USB-Kabel auf?

      • Sorry, hab grad mal nachgeschaut, beim Montana ist der AMP-Stecker am Stromkabel des Halters verbaut (durchgeschnitten), ob das direkt mit USB-Kabel auch geht, weiß ich nicht sicher. Kann aber gern mal meinen Garmin-Guru fragen: Matthias Zörcher : garmin(at)rswolf.de – mal schaun was er dazu meint…

  6. So, Antwort von Matthias (garmin(at)rswolf.de)
    „hab usb schon lang nicht mehr aufgemacht, geht aber, solang es nicht mehr als 6 adern sind.

    Mini-usb auf offene enden (zur reinen Stromversorgung) gibt’s aber, das ist das Garmin-Kabel fürs Oregon oder 62s

    Da wird nur Strom mit 12V belegt.

    Knackpunkt ist aber in den meisten fällen der USB-Stecker selbst, der oben im Gerät sitzt – denn die Buchse schlägt aus. Deswegen wäre ein 78 besser als ein 62er zu verwenden, weil der noch den alten rundstecker vom 176 verbaut hat.“

    • Hallo Crespo, vielen Dank für die Info!
      USB ist echt nichts für Motorräder, das ist meine Erfahrung. Gibt es denn irgendwo einen Überblick, welche Geräte einen USB Anschluss zur Stromversorgung haben und welche nicht?

      • Puuh, keine Ahnung. Schick doch einfach Matthias ne Mail. Der kanns wahrscheinlich aus dem Kopf heraus sagen. Manche Geräte wie das Montana haben zwar USB-Anschluss, aber der Halter fürs Motorrad hat eine eigene Stromversorgung (hab ihn aber grad nicht zur Hand, kann aus dem Kopf nicht genau sagen, wie das ausschaut, die Freundin hat meist das Montana am Moped), d.h. fürs Moped ist ja eher die Art der Stromversorgung des Gerätes über den Halter relevant – und da kennst sich Matthias sicherlich besser aus 😉

  7. Pingback: Orientierunglos mit GPS – Teil 2 | PegasoReise

  8. Hi!
    Ich fahre hier in Deutschland das Falk M6 Navi, das auch einen Motorradmodus hat. Es ist nicht wasserdicht, aber da ich es unter der Scheibe mit dem Saugnapfhalter befestigt habe, war das nie ein Problem! Wenn´s mal heftiger geregnet hat, hab ich halt angehalten und es eingepackt..
    Schlecht ist am Falk, das es keine Lifetime-Maps gibt, nur ein Kartenabo für 99€ pro Jahr. Mein Navi lässt sich von Navigator 7 auf 8, aber nicht auf 10 updaten… also wegschmeißen!
    Probleme macht es höchstens bei der Routenführung. Zum einen, wegen der veralteten Karten, zum anderen, weil es manchmal rechts und links verwechselt. Es schickt mich im Kreisverkehr schon mal ganz gerne in die gegen gesetzte Richtung..
    Letzten Herbst habe ich mich auf einem matschigen Waldweg mit meiner XJ auf die Seite gelegt…(blöde Idee), das Kabel von den Ohrstöpseln hat dann das Navi aus der Halterung gerissen und seit dem ist das Gehäuse eingerissen… DA sehe ich auch den echten Schwachpunkt, das Ohrsteckerkabel ist immer im Weg!
    Ein neues Navi von Garmin hatte ich schon im Auge, aber dann habe ich festgestellt, das sich der Tempowarner nicht einstellen lässt! Also „warne ab +10km/h Überschreitung“ und nicht ab 1km/h…. So was ist doch eine Nicht-Funktion…völliger Müll!
    In Süd-Amerika war ich immer mit 3€ Kompass vom Lidl und in Deutschland gekaufter Landkarte unterwegs. Ansonsten habe ich mich auf meine Kompassnase verlassen… 🙂

  9. Pingback: Unser neues GPS | PegasoReise

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