Achtung! Anzeige!

SponsoringWieviel Werbung verträgt ein Motorradreiseblog?
Seit der Blog PegasoReise eine gewisse Reichweite erlangt hat, werde ich manchmal angesprochen, ob ich nicht auch Werbung machen wolle. Das war nicht immer so. Hier ein paar Erfahrungen:
1. Stinkefinger statt Sponsoring
Vor unserer ersten Reise durch Brasilien suchte ich eine Werkstatt, die das Motorrad fit macht und mir beim Preis entgegen kommt. Meine Idee war, dass ich die Werkstatt dafür auf meinem Blog als Sponsor präsentiere. Auch wenn der Begriff oft falsch benutzt wird, Sponsoring bedeutet immer ein Geschäft: Geld gegen Namensnennung, so wie es klassisch im Sport gemacht wird. „Dein Name steht auf meinem T-Shirt, dafür bezahlst du das Shirt oder, je nachdem wie berühmt ich bin, gibst du mir eine Million“.
Da zu diesem Zeitpunkt PegasoReise nicht ganz so berühmt war, reagierten die Werkstätten ausweichend („…das entscheidet der Chef, und der ist gerade nicht da…“). Am deutlichsten war eine Werkstatt in Remscheid. Der Meister zeigte mir wortlos den Stinkefinger. Der bekam dann den Auftrag, das Motorrad reisefertig zu machen.

2. Werbung ja – aber keine Schleichwerbung!
Woran merkt ein Blogger, dass seine Homepage erfolgreich ist? Daran, dass das Thema Werbung plötzlich relevant wird. Letzten Monat erhielt ich eine Mail, die ich beinahe sofort in den Spam Ordner verschoben hätte. Eine Firma sprach mich an, ob ich auf PegasoReise nicht Werbung plazieren wolle:

„Hallo Claudio, beim „Durchstöbern“ des Internets hab ich eure Seite PEGASOREISE gefunden. Eine wirklich lebendige Seite.(…) wir sind immer auf der Suche nach Partnern, die schicke und gepflegte Blogs betreiben. (…) Wir vermitteln im Auftrag verschiedener seriöser und namhafter Kunden Beiträge auf Blogs – jedoch keine aufdringliche Werbung oder Produktreviews. (…) Für diesen Auftrag kann ich dir 100 Euro anbieten, (…) Wärst du interessiert?“

Ich musste erst nachfragen, um herauszubekommen was sich die Firma unter „bezahlten Beiträgen auf Blogs“ vorstellt:

„Du würdest einen Artikel über 250 – 300 Wörter verfassen (…)  In diesem Artikel wird ein Link eingebaut, der auf die Seite unseres Kundens verweist.“

Das klang für mich nach versteckter Werbung, also hakte ich nach: „Ist es in eurem Sinne, dass ich in meinem Artikel auch erwähne, dass es sich um einen bezahlten Blogpost handelt?“

Die Antwort war eindeutig: „Gut, dass du wegen der Kennzeichnung nachfragst. Unsere Kunden (…) wünschen keine gekennzeichneten Artikel. Es soll möglichst natürlich aussehen.“

Ein solches Angebot konnte ich nur ablehnen:“Es tut mir leid, aber ich fürchte aus der Zusammenarbeit wird nichts. Ich möchte den Lesern meines Blogs jederzeit transparent vermitteln, was an den Inhalten gesponsert ist und was nicht. Ein bezahlter Artikel ist ja an sich nicht „unnatürlich“, mir ist nur wichtig, dass die Leser wissen, woran sie sind, daran hängt letztlich auch meine Glaubwürdigkeit.“

gesponserter Helm3. Werbung ist OK, wenn sie klar erkennbar ist!
Wer mir etwas schenken will – gerne! Aber wenn eine Gegenleistung erwartet wird, dann muss das deutlich kommuniziert werden. 2011 habe ich z.B. einen Shoei – Helm bekommen, den durfte ich testen und auf dem Blog von Shoei darüber schreiben. Es war absolut transparent, wer dahinter steckte.
2012 wurde ich eingeladen, bei den Honda Pressetagen teil zu nehmen und Motorräder zu testen. Daraus enstand das augenzwinkernde Video, bei dem Kutze und ich eine Crossrunner, eine Transalp und einen Roller miteinander verglichen haben. Die Presseabteilung hat uns das nicht krumm genommen, in diesem Jahr wurde ich wieder eingeladen.
Auch da habe ich sowohl im Blog als auch im Video deutlich gemacht, dass Honda mich eingeladen hat. Mehr übrigens nicht – die Anreise und Übernachtung waren meine Sache. Danke nochmal an das Hotel Kutze 😉
Werbung von wordpress
Ist es euch schon aufgefallen? Manchmal steht unter den Artikeln eine Kasten mit einer Anzeige. Die wird von wordpress.com, bei denen dieser Blog gehostet wird automatisch eingebaut. Sie formulieren das so: „Von Zeit zu Zeit blenden wir auf deinem Blog dezente Anzeigen ein-damit Gratisfunktionen kostenlos bleiben!“ Sie ist nur für Nutzer von Aussen sichtbar. Mir als Administrator ist sie verborgen, so dass mich erst ein Leser darauf brachte. Zumindest ist es ein klar als Werbung erkennbarer Kasten.
Trotzdem kann ich gerne auf diese Werbung verzichten, denn ich habe darüber keine Kontrolle. 23,- € würde es jährlich kosten, um das Blog von Werbung freizukaufen.

4. Am Ende zahle ich drauf
Das hier zu lesen und den PegasoPodcast zu hören ist für euch gratis. Das wird auch so bleiben. Die Kosten für die Domain, den Webspace für den Podcast, die Software etc. zahle ich aus meiner Tasche. Jedenfalls bisher. Mit ca. 7,- € pro Monat ist das auch O.K. so. Worüber ich aber nachdenke, ist ein freiwilliges Spendensystem einzubauen. Mit dem System flattr ist es möglich, wenn man möchte, für einen Artikel oder einen Podcast ein paar Cent zu spenden. Natürlich freiwillig.

Honda lädt ein zum Pressetag.5. Teilen und Tauschen
Manchmal bekomme ich von Menschen, die ich interviewe ein Geschenk, z.B. eine DVD, einen Flachmann oder freien Eintritt zu einer Veranstaltung, über die wir berichten. Auch da trage ich natürlich die Anreise- und Produktionskosten, einen Gewinn mache ich damit nicht, im Gegenteil. Aber es macht Spass! Und ich habe die Freiheit, zu schreiben und zu podcasten was ich will und so kritisch ich will. Das ist ein ganz wesentliches Merkmal von PegasoReise.
Nicht Geld ist die Währung, die zählt, sondern Leser und Hörer. Daher freue ich mich, wenn andere im Netz zu pegasoreise.de verlinken, und ich verlinke gerne zu anderen. Wenn ihr uns also unterstützen wollt – lasst uns die Links tauschen!
Eine weitere großartige Möglichkeit, wie sich Blogger gegenseitig unterstützen sind Gastbeiträge. Ich schreibe einen Artikel für deinen Blog und du einen für meinen. Demnächst schreibt Jenny von „stepin“ einen Artikel an dieser Stelle. Dafür schreibe ich einen auf deren Seite. Sharing is caring!

10 Gedanken zu „Achtung! Anzeige!

  1. Ja gute Einstellung, wobei gegen ein bisschen Werbung, die auch als solche zu erkennen ist, nichts einzuwenden wäre und Spendensystem finde ich auch gut. Da kann man dann eventuell ein paar Kosten decken. Ich kenne ja PegasoReise erst seit ein paar Tagen , bin durch das Erik Peters Interview darauf aufmerksam geworden und finde die Seite Klasse!

  2. viele sachen macht mal eh ohne sich ueber den sinn und kosten den kopf zu zerbrechen … das ist auch gut so …
    egal ob euer podcast … ehrenamtliche vereinsarbeit … man macht es weil man sich engagieren will, spass hat vielleicht ist auch „sendungsbewustsein“ dabei … solange das kostenmaessig ueberschaubar bleibt … ich versuche das immer in doener / bier / schoppen umzurechnen ,.. :-))
    bleibt so, macht so weiter …
    gruss aus meefrangn – hertschi

  3. Guter Artikel und gute Idee mit den freiwilligen Spenden.
    Ich kann gut nachvollziehen, wieviel Arbeit und vor allem direkte und indirekte Kosten sowas verursacht.
    An freiwillige Spender zu appelieren finde ich da durchaus angemessen.
    Allerdings halte ich flattr für kein optimals Tool dafür. Hatte mir das vor langem mal angeschaut – ich hoffe, ich verwechsel es nicht.
    Ich rate eher zu anderen Methode.

    Gruß aus Kathmandu

    Panny
    http://www.krad-vagabunden.de

  4. Was ich nicht verstanden habe, ist dieser Absatz:
    Am deutlichsten war eine Werkstatt in Remscheid. Der Meister zeigte mir wortlos den Stinkefinger. Der bekam dann den Auftrag, das Motorrad reisefertig zu machen.

    • Eine klare Antwort ist mir lieber als ein unklares Ausweichen. Zwei Werkstätte haben geantwortet mit „das entscheidet der Chef…“ oder „da muss ich meinen Mann fragen…“ und letztlich „…wir rufen zurück…“. Die haben bis heute nicht angerufen. In der dritten Werkstatt bekam ich eine klare Antwort (Mittelfinger). Da wusste ich, wo ich dran bin, mit einem ehrlichen „Nein“ kann ich was anfangen. Und anschliessend hat er mir dann auch freundlich erklärt, dass sich Sponsoring für ihn nicht lohnt und so weiter. Das war ein humorvoller Typ. Dafür durfte er dann das Gabelöl austauschen.

  5. Wer soviel Aufwand betreibt, sollte auch die Möglichkeit nutzen dürfen, mit passender Werbung die Kosten zu mindern. Es wird auch dann immer mal wieder Kritiker geben, die genau dies dann monieren, aber das sollte man hinnehmen.

  6. Hallo Claudio,
    bin begeistert von eurem Podcast. Wurde durch motorradreise.tv auf euch aufmerksam. Gegen Werbung habe ich überhaupt nichts einzuwenden. Das gehört in der heutigen Zeit einfach dazu und ich bin überzeugt jeder Hörer sollte mündig genug sein, diese für sich zu bewerten.
    Traut euch ruhig Werbeangebote anzunehmen. Wenn dir der vom Partner „gewünschte “ Beitrag inhaltlich nicht zusagt, kannst du ihn jederzeit ablehnen. Ich bin sicher, dass du Partner findest, wo auch du dich voll inhaltlich identifizieren kannst.
    Weiter so! Ihr seid klasse!

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