Ohne Bremse überlebst du, ohne Hupe bist du tot

Enge Gassen in Indien

Ein Gastartikel von Jenny Pfeiffer über das Reisen auf den Straßen Indiens . Jenny arbeitet für Stepin und bloggt auf www.work-and-travel.de.

In Deutschland hieße die Traube an Autos, Taxis, Tuk Tuks und Motorrädern Stau mit Wartezeiten von bis zu drei Stunden. In Indien geht es auf wundersame Weise trotzdem immer weiter. Wir versuchen uns so gut es geht ins Tuk Tuk zurückzuziehen, aber es hilft nichts, die Verkehrsteilnehmer um uns herum sind nur eine Armlänge von uns entfernt und vertreiben sich die Wartezeiten mit Touristen-Watching.

Eine kleine Lücke wird frei, allerdings sehen wir in ihrer Mitte ein riesiges Schlagloch. Selbst mit einem Jeep hätte ich versucht, dieses Hindernis zu umfahren, doch unser Tuk-Tuk-Fahrer gibt Gas und saust laut scheppernd hindurch. Es gelingt, noch einmal Glück gehabt, doch die Rallye durch Delhis Straßen geht weiter.

Wohl nirgendwo auf der Welt ist es so gefährlich und gleichzeitig so einfach ein Land mit einem Fahrzeug zu bereisen wie in Asien. Oh ja, es gibt durchaus Verkehrsregeln, doch wie genau die noch einmal waren, weiß wohl keiner so genau. Auf den Straßen findet man alles, was sich irgendwie fortbewegen kann: Fahrräder, Autos, Motorräder und -roller, Taxis, LKWs, Rollstühle und jede Menge Tuk-Tuks. Eins haben sie alle gemeinsam: Eine funktionierende Hupe und Improvisationstalent. Statt zu blinken winken beispielsweise viele Tuk-Tuk-Fahrer einfach mit der jeweiligen Hand, um die anderen Verkehrsteilnehmer auf ihren Richtungswechsel aufmerksam zu machen. Sicherheitshalber nehmen sie allerdings immer noch die Hupe dazu. Nicht, dass man den Hupzweck immer erkennen würde. Die Inder hupen, wenn sie abbiegen, wenn sie an jemandem vorbeifahren, wenn sie zum Bremsen gezwungen werden, wenn sie im Stau stehen, wenn eine Kuh vor ihnen sitzt und auch wenn sie einfach geradeaus fahren – man kann ja nie wissen.

RikschasNatürlich gibt es von Ort zu Ort gewisse Unterschiede. Indiens Landstraßen sind nicht sehr stark befahren und in recht gutem Zustand. Sie führen durch atemberaubende Landschaften, durch ursprünglichstes Indien und durch größere und kleinere Städte. Mit den Größenverhältnissen ist das sowieso so eine Sache. Denn wer von uns Deutschen, der noch nie in Indien war, kennt die Stadt Jaipur? Nicht viele, nehme ich an, doch diese Stadt hat vier Millionen Einwohner, fast so viele wie ganz Norwegen.

Wer in Indien auf eigene Faust mit dem Auto oder dem Motorrad reisen möchte, der sollte sich also vorher gut informieren und sich vielleicht vor dem Start der großen Reise erst einmal ein paar Tage Zeit geben, um sich zu akklimatisieren. In Städten als Tourist zu fahren ist nicht unbedingt ratsam. Der dichte und chaotische Verkehr wird jeden wahnsinnig machen, der das nicht von klein auf kennt. Aber auch auf dem Land ist Vorsicht geboten. Es geht los beim Mieten des Fahrzeugs. In Indien gibt es keine strikten Vorgaben wie Deutschland, deshalb sollte man sein Fahrzeug vor dem Mieten gründlich untersuchen, um sicherzugehen, dass es nicht auf halber Strecke schlappmacht. Auf Rollern und Motorrädern sind Helme unabdingbar, auch wenn sie keine Pflicht sind. Auf den Straßen kommt es immer wieder vor, dass plötzlich Kühe im Weg stehen oder Bäume und Löcher die Straße blockieren. Langsam fahren ist also angesagt, auch wenn das entspannte Verkehrssystem nicht viele Einschränkungen beinhaltet.

Jenny in IndienAm besten ist es, Indien und seine Kultur vorher ausführlich kennen zu lernen. Bevor man das gesamte Land bereist, bietet es sich an, erst einmal für längere Zeit an einem Ort zu leben und vielleicht sogar zu arbeiten. Vor allem für junge Menschen ist das nicht schwer. Inzwischen ist Indien ein beliebtes Studienland mit guten Universitäten. Im IT- und Medienbereich suchen immer mehr deutsche Unternehmen nach Absolventen mit Indienverständnis. Für manchen mag ein ganzes Studium in einem fremden Land wie Indien ein zu großer Schritt sein. In diesem Fall bietet es sich an, ein Auslandspraktikum in Indien zu absolvieren. Das zu organisieren ist allein schwierig, denn Indien ist nicht nur chaotisch: Auf den zweiten Blick stellt man schnell fest, dass die Verwaltung des Landes hoch bürokratisch ist und Visa und Co. nur über komplizierte Prozesse zu ergattern sind. Glücklicherweise gibt es inzwischen viele Organisationen in Deutschland, die geprüfte Auslandspraktika in Indien vermitteln und bei der Organisation helfen, wie Stepin.

Und nach einiger Zeit im indischen Alltag wiederholt man wahrscheinlich selbst den Leitspruch des indischen Verkehrs: Ohne Bremse überlebst du, ohne Hupe bist du tot.

Text und Fotos: Jenny Pfeiffer

Ein Gedanke zu „Ohne Bremse überlebst du, ohne Hupe bist du tot

  1. Dem vielversprechenden Titel folgte ein lauwarmer Artikel, wie er üblich ist, um online-Werbung zu verstecken. Fast könnte man meinen, er wäre ein Paradebeispiel für den von Dir im letzten Artikel angeprangerten Sachverhalt, auch wenn Du ausdrücklich darauf hinweist, daß die Autorin für das Unternehmen arbeitet.
    Dünnes Eis, nach Deinem radikalen Statement neulich!

    Mein Votum: macht unbedingt weiter mit Eurem Podcast, dessen Informations- und Unterhaltungs-Wert weit über dem bla-bla von Jennifer Pfeifer liegt und legt gleichzeitig die Meßlatte für Werbefinanzierung nicht zu hoch. Eure Leser und Hörer nehmen es Euch hoffentlich mehrheitlich nicht übel und sind froh, daß Ihr so wenigstens einen Teil Eurer Unkosten rein bekommt.

    Gruß aus dem Himalaya von zwei FANS: Simon und Panny

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