Rechnung aus Italien

Sizilien 2009

Die Vergangenheit hat uns eingeholt. Unsere erste Motorradtour zu zweit führte Sonja und mich nach Sizilien im Frühjahr 2009. Wir besuchten Freunde in Catania und waren das erste mal für zwei Wochen mit Zelt, viel Gepäck und unserer Aprilia Pegaso unterwegs. Wir staunten über die Alpen und froren im Schnee. Den italienischen Stiefel durchquerten wir in drei Tagen und setzten spätabends mit der Fähre über nach Sizilien. Der Vulkan Etna glühte im Dunkeln, als wir endlich ankamen. Eine Woche lang genossen wir Wein, Cappuccino, Leckereien wie Cannoli und die sizilianischen Gelassenheit. Ungeplant und spontan sein gefällt mir, ich sollte italienischer werden. Dann machten wir uns auf den Rückweg. Der Verkehr in Palermo blieb später noch lange Zeit ein Maß, an dem wir den Chaosfaktor anderer Städte bestimmten. (Erst Rio legte die Latte höher.) Diesmal nahmen wir die Fähre nach Napoli und brausten wieder über Autobahnen zurück Richtung Deutschland. Vor einigen Tagen bekamen wir jetzt zwei Rechnungen, die uns wieder an diese Reise erinnerten. Wir sollten über 100,- € an italienischen Mautgebühren nachzahlen.

RechnungenIch krame in meinem Gedächtnis und weiß, dass wir damals einiges an Maut bezahlt hatten und die Schweizer Vignette noch lange am Motorrad klebte. Aber wo wir wann was bezahlt oder nicht bezahlt hatten kann ich nach vier Jahren natürlich nicht mehr präzise sagen. Sonja erinnert sich, dass wir wohl einmal an einer Mautstelle durchgewunken wurden. Aber waren wir bewusst an Schranken vorbeigefahren ohne zu bezahlen? Oder ist die ganze Geschichte vielleicht nur ein Phishing – Aktion? (Wikipedia – „Phishing„) Ein Anruf bei der Rechtabteilung eines Verkehrsclubs klärte mich auf, dass die Rechnungen offenbar echt und ernst zu nehmen sind. Da ich nicht beweisen kann, dass ich möglicherweise doch bezahlt habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als zu blechen. Ab sofort werde ich alle Rechnungen über alles auf Reisen aufbewahren, sortieren und zuhause abheften und archivieren! Ich muss deutscher werden.

4 Gedanken zu „Rechnung aus Italien

  1. OHA….
    Was ist da jetzt Maut und was ist Strafe und oder Zinsen…..
    böse Sache…. Verfällt denn in Italien nicht auch mal etwas? Oder können die einfach noch nach vielen Jahren ihre Wegelagerei einfordern?

  2. Ooops – da den ich doch gleich an die Klingel, die ab und zu Mal nett hinter mir her tönte, wenn ich in Istanbul den falschen Fahrstreifen zum falschen Mauthäuschen dann einfach durchgefahren bin. Nur an den wenigsten kann man Bar bezahlen und nach 5-10min Schlange stehen, ist an ein Umkehren nicht zu denken.
    Ist jetzt 1 und 3 Jahre her – aber da die Türkei ja nicht in der EU ist, wird da wohl nix mehr kommen – zur Not habe ich hier aber noch ’ne fast volle KGS-PrePaidKarte, die ich dann an der letzten (wusste ich da noch nicht) Station gekauft habe 😉

  3. Pingback: Results for week beginning 2013-06-10 | Iron Blogger Ruhr

  4. Die italienische Bürokratie ist recht langsam. Wundern Sie sich also nicht, wenn ein Bußgeld-bescheid erst Jahre später bei Ihnen eintrifft.

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