Motorradreisen mit Stil

Honda XXXL-Team

Honda XXXL-Team

„Es geht nicht darum, wie weit man reist, sondern wie schön man weit reist.“ sagte Rolf Henniges im Interview (Höre PegasoPodcast#52). Seit Sonja eine 30 Jahre alte Simson fährt, verstehe ich besser, was Rolf meint. Es gibt eine Dimension beim Motorradfahren, jenseits von Perfektion, Zuverlässigkeit und Komfort. Das alte Moped braucht viel Geduld beim Ankicken, zwei, drei Dinge sind immer kaputt, der Zweitakter stinkt und 3 PS sind echt wenig Leistung. Aber es sieht unglaublich cool aus, der Motor mit seiner Technik aus den 60er Jahren ist spannend und es macht Spass, wieder etwas schrauben zu können.

In Kutzes Blog – Artikel über den Distinguished Gentleman´s Ride präsentierte sich der komplette Gegenpol zur Hightech-Motorradwelt: Seidenschal statt Goretex Membrane und schicke Oldtimer statt Maschinen mit Bordcomputer. Ich will an dieser Stelle nicht in das Früherwarallesbesser – Gejammer derer einstimmen, die „immer noch der guten alten Kontaktzündung hinterher trauern“ (Andreas Hülsmann). Denn wenn ich nicht Sonntags ins Bergische zum Kaffeetrinken fahre, sondern wochenlang mit Zelt und Schlafsack reise, macht die ein- oder andere technische Innovation schon Sinn.

Enfield auf dem HUBB UK

Enfield auf dem HUBB UK

Trotzdem: Motorradreisen und Ästhetik gehören zusammen. Denn bei dieser Art der Fortbewegung geht es nur am Rande um Komfort (sonst könnte ich auch Auto fahren). Es geht um ein Lebensgefühl, Stil und Haltung. Meine Respekt gilt den Reisenden, die sich bewusst mit alten, coolen Maschinen auf den Weg machen.

Coolness statt Geschwindigkeit, Charme statt Perfektion!

So war ich schon zum Beispiel fasziniert von dem „Honda XXXL-Team“, die mit alten XL500er Enduros durch Ligurien donnerten. (Höre PegasoPodcast#14 ganz am Schluss oder das Video)

Ich kann Bruno verstehen, der nach seiner Reise durch Nordindien völlig begeistert von den dort üblichen Royal Enfields war. (Höre PegasoPodcast#10).

Auch Stefan von motorradreise.tv legte sich kürzlich ein russisches Gespann zu, die „Ural Sportsman“.

Noch radikaler war Florian Rolke, der mit einer Simson Schwalbe durch Afrika reiste. Dieser DDR Roller ist das Schwestermodell von Sonjas S51, nicht sehr geländegängig, dafür aber schön langsam. (Siehe Slow Way Down)

In der aktuellen MotorradAbenteuer – Zeitschrift wird nicht nur ein wassergekühltes Motorrad aus Bayern gefeiert, sondern auch Alexander und Ernies Twittiods – Tour durch die Alpen auf alten 50 – Kubik Maschinen.

Letztes Jahr nahmen drei Norweger an der Budapest-Bamako Rally teil, mit ihren alten 200er Vespa-Rollern. Und irgendwie haben sie es auch geschafft.

In den letzten Tagen sind Sonja und ich zum Üben Motorrad gefahren. Sonja mit der Simson und ich mit der F 650. Ich war schneller, aber Sonja eindeutig stilvoller unterwegs.

Sonjas Simson

Sonjas Simson

3 Gedanken zu „Motorradreisen mit Stil

  1. Das Wichtigste ist das man wieder gesund Heim kommt…. Wie man das schafft? Ist doch zweitrangig…. Entschleunigt das Leben…. Nehmt euch Zeit….
    Bin gerade mit der DL weg… Gestern war ich bei mobile.de was altes am suchen…. Komisch…. 😉

  2. Pingback: Results for week beginning 2013-09-30 | Iron Blogger Ruhr

  3. JA, da kann ich nur zustimmen! Die alten Motorräder haben schon was. Stil und Charme. Wer Komfort sucht sollte Auto fahren. Darin bleibt man auch trocken.. Mit einem Oldtimer irgendwo anzukommen erhöht den Erlebnis-Faktor ungemein. Andererseits ist es ungemein beruhigen auf ein zuverlässiges, schnelleres, neueres Moped zu steigen, wenn man Strecke machen will/muss…

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