Trans-Sumatra-Highway

20140729-173054-63054562.jpgDie Motorradreise beginnt! Es war echt nicht einfach, in der Millionenstadt Medan zwei Mopeds für uns zu organisieren.
Unsere Freunde Stella und Maes haben ihre Kontakte genutzt und viel telefoniert bis sie uns dann zwei Fahrzeuge mitbrachten, die typischer für dieses Land nicht sein können. Zwei kleine japanische Leichtkrafträder mit Halbautomatik (Honda SupraFit und Honda Revo110), mit denen Millionen Indonesier unterwegs sind, mal allein, mal als vierköpfige Familie, mal mit unfassbar viel Gepäck und mal auch ohne Licht und Verkleidung.
In einer kleinen Werkstatt am Strassenrand lassen wir noch einen Spiegel montieren, das Öl und eine Sicherung wechseln, dann kann es los gehen. Damit wir überhaupt den Sumatra-Highway finden, eskortieren uns Stella und Maes durch das Labyrinth der Strassen von Medan.

20140729-173249-63169605.jpgStella, die dreiundzwanzigjährige Journalistin und ihr Bruder Maes leben in dieser Metropole und flitzen zu zweit auf einer Maschine kreuz und quer durch die Blechlawinen. Wir überholen Laster, Autos, Fußgänger und „Becaks“, die bunten Motorradtaxis mit Beiwagen. Der Linksverkehr ist das geringste Problem, aber rechts und links zu Überholen und dabei selbst ständig geschnitten zu werden, daran müssen wir uns noch gewöhnen. Nach einer Stunde haben wir den Stadtrand erreicht. Völlig nassgeschwitzt und fertig verabschieden wir uns von unsern Begleitern. Ab jetzt kämpfen wir uns über diese Landstrasse, die mit zwei Spuren einfach zu eng für zu viele Fahrzeuge ist. Am Wochenende beginnen die Ramadan-Ferien, jetzt sind alle unterwegs, die aus der Metropole raus zu ihren Familien fahren. Wir haben wohl den schlechtesten Zeitpunkt erwischt. Uns kommen immer wieder Busse auf unserer Spur entgegen, die einen Laster überholen, der wiederum gerade ein Motorrad überholt. Auch in Kurven. Es passt immer irgendwie, strengt aber auch an.

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„Das fühlt sich an wie Autoscooter“ dachten wir noch in der Stadt. Doch hier merken wir, dass es besser ist, ganz links, ganz langsam und ganz achtsam zu fahren. Nach fünf Stunden haben wir noch nicht einmal 70 Kilometer geschafft. Wir übernachten „Ebeneser“ in einer Einrichtung der christlichen Minderheit. Asni, die Leiterin erklärt uns, dass es eine Art Seniorenwohnanlage für Mitarbeiterinnen der Kirche ist, die unverheiratet sind und dadurch keine Familie haben, die sie im Alter versorgen. Hier wohnen sie als Gemeinschaft zusammen und ein kleines Team kümmert sich um die rüstigen Seniorinnen. Der Garten, in dem die Damen singend und Kaffee trinkend unter einem Baum sitzen ist der totale Kontrast zu dem Verkehr in den wir uns am nächsten Tag wieder stürzen. Hinter der Großstadt Siantar biegen wir ab Richtung Westen und verlassen den Trans-Sumatra-Highway. Zum ersten mal spüre ich so etwas wie angenehmen Fahrtwind. Es sind endlich weniger Fahrzeuge unterwegs und die Gegend wird ländlicher. Puh!

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3 Gedanken zu „Trans-Sumatra-Highway

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