Begegnungen am Toba – See

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Wir hatten uns fest vorgenommen, nicht im Dunkeln zu fahren, doch jetzt bleibt uns keine andere Chance. Als wir auf der Insel Samosir ankommen ist es sechs Uhr, in einer Stunde wird es stockfinster sein. Die Anreise führte über wunderschöne Bergstrassen, das Motorradfahren machte zum ersten mal richtig Spass. Es fühlt sich schon komisch an, zum Ufer bergauf zu fahren. Der Toba-See ist ein riesiger Vulkankrater, in der Mitte liegt die Insel Samosir. Mit einer kleinen Passagierfähre wollen wir rüberfahren. Die kleinen Mopeds werden über eine Holzrampe an Deck geschoben und mit einem Seil an der Reling festgemacht. Nach einer guten halben Stunde kommen wir am anderen Ufer an und brettern los. 40km sind es von hier bis zur anderen Seite der Insel. In der Finsternis weichen wir Schlaglöchern aus und fahren durch versandete Umleitungen. In der Dunkelheit erreichen wir zwei Stunden später die kleine Stadt Pangururan, hier sind wir mit der Debora verabredet. Die humorvolle Pfarrerin empfängt uns lachend und lädt uns direkt ein zu den heissen Quellen von Samosir. Hier brodelt es unter der Erde, an mehreren Stellen tritt Schwefel an die Oberfläche. Als wir im Schwefelbad liegen, fällt der Stress der Anreise von uns ab. Anschliessend essen wir zusammen mit Debora in einem kleinen Open Air Restaurant.

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Wir sind im Zentrum der Batak – Kultur angekommen. Das Volk der Toba-Batak kommt vom gleichnamigen See und sie sind größtenteils Christen im Gegensatz zur muslimischen Mehrheit in Indonesien. Ihre Kultur und Bräuche haben sie bis heute bewahrt, wir sehen auf Samosir viele Dörfer mit alten Holzhäusern im Batak-Stil mit vorgezogenen Dachgiebeln und reichen Verzierungen. Manatar und Pasabart, zwei junge Kollegen von Debora wollen uns ein paar wichtige Orte ihrer Kultur zeigen. Auf drei Mopeds brettern wir in die Berge. Wir tragen natürlich die volle Motorrad – Montur, die beiden nur Jeans, T-Shirts und keine Helme „We are still young!“ ist ihre einleuchtende Begründung. Sie zeigen uns den heiligen Stein der Batak und einen traditionellen Versammlungsort. Dann führen sie uns noch zu einem Dorf am Ende einer unbefestigten Strasse. Es geht bergab über lockeren Schotter und Sand. Einige Passagen sind so steil dass Sonja sich helfen lässt. Es ist schon erstaunlich, welche Offroad-Strecken sie als Fahranfängerin meistert, aber irgendwann geht es nicht mehr.

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Manatars Großmutter

Hier wohnen die Großeltern von Manatar in einem alten Holzhaus direkt am Ufer des Toba-Sees. Mit etwas Batak – Englisch – Übersetzung können wir uns verständigen. Sie laden uns zum Mittagessen ein, was wir dankend annehmen.
Aus dem ursprünglich geplanten einstündigen Ausflug wird ein ganzer Tag, erst am Abend kommen wir wieder zurück zu Deboras Haus. Wir verbringen ein paar entspannte Tage auf Samosir, baden am Strand, besuchen den Wochenmarkt und treffen wunderbare Menschen.

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