Welcome to the Jungle

20140809-084533-31533722.jpgÜber einen schmalen Feldweg brettern wir mit unseren kleinen Motorrädern durch eine Kaffeeplantage zum Haus von Samuel. Der Kaffeeexperte hat uns eingeladen die Sidikalang – Bohnen kennen zu lernen.
Sonja und ich sitzen am nachmittag auf der Terasse und Samuel brüht uns einen wirklich großartigen Kaffee. Der Indonesier mit markanten Bärtchen und Brille hat die Kleinbauern im Ort zu einer Kooperative zusammengeführt um biologisch angebauten Kaffee in größeren Mengen zu exportieren. Er nimmt uns mit in die Berge, um uns die Kleinbauern vorzustellen. Ich bin fasziniert, die roten Kaffeekirschen an den dicken Sträuchern zu sehen, aus denen dann unser Lieblingsgetränk entsteht. Was für uns ein Genussmittel ist, bedeutet für die Menschen hier viel Arbeit und oft wenig Einkommen. Einer der Bauern erklärt uns, dass er jetzt auf den Orangenanbau umstellt, weil er dafür einen besseren Preis bekommt. Doch Samuel bleibt bei seinem Plänen. „Wenn wir es schaffen, die Qualität unseres Kaffees zu verbessern, dann bekommen wir dafür auch einen besseren Preis. Am besten wäre es, den Kaffee über den Fairen Handel zu exportieren.“

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Nach zwei Tagen im Kaffeeparadies beladen wir wieder unsere Motorräder und fahren weiter durch die Berge in Richtung Norden. Wir erreichen die Region Aceh. Früher war dieser stark islamisch geprägte Teil Nordsumatras eine sehr arme Gegend. Um so mehr staunen wir über die relativ gut ausgebaute Strasse durch die Berge. Zwei Drittel sind asphaltiert, wir kommen gut voran.
Einen Tag später sind wir im Urwald. Die Strasse führt mitten durch den Gunung Leuser Nationalpark, dem größten geschützten Waldgebiet Indonesiens. Weite Teile der Insel sind bereits gerodet, oft für riesige Palmölplantagen. Wir finden ein Gästehaus von dem aus wir eine Trekking – Tour in den Regenwald machen können. Zusammen mit Borga, einem spanischen Backpacker und unserem Guide Mus packen wir Schlafsäcke, Isomatten und Proviant für zwei Tage ein. Obwohl es angenehm kühl ist, sind wir schon nach einer halben Stunde im Wald komplett durchgeschwitzt. Die Luftfeuchtigkeit ist hier extrem hoch, Sonja und ich haben einfach keine Kondition mehr. Wir steigen steile Trampelpfade rauf und runter und klettern über Baumstämme.

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Doch es lohnt sich, an verschiedenen Stellen sehen wir Orang Utangs in den Bäumen. Diese großen orangefarbenen Affen leben hier in Freiheit und klettern durch die Baumkronen. Wir beobachten eine kleine Familie, die friedlich auf Ästen sitzt und Blätter knabbert. Am Abend baut uns Mus aus Ästen und Plastikplanen ein Zeltlager. Über einem Lagerfeuer bekommen wir ein Abendessen gekocht und sitzen noch bis tief in die Nacht zusammen. Am nächsten Morgen waschen wir uns im Fluss und wandern weiter. Mus führt uns zu einer Stelle, wo sich das Schwefelwasser aus den heissen Quellen mit dem kühlen Flusswasser vermischt. Wir springen wieder ins Wasser und geniessen ein Bad in der warmen Strömung. Ein großartiges Erlebnis.

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