Wiederentdeckung der Landstrasse

Sonja & ClaudioVor uns windet sich die Strasse vorbei an grünen Hügeln hinab ins Tal. Felder werden von schiefen Holzzäunen umrahmt, dazwischen stehen vereinzelte Bauernhäuser. Stundenlang fahren wir durch wunderschöne Landschaften, nur wenige Kilometer von der Heimatstadt entfernt.
Schon oft hatte ich mir vorgenommen, Autobahnen konsequent zu meiden. Doch meistens landete wieder auf der A1, weil die Zeit knapp war oder ich nur schnell nach Hause wollte. Stundenlanges Motorradfahren auf der Autobahn macht keinen Spass. Da kann ich auch gleich das Auto nehmen, habe ich oft gedacht.

Zwei steile Serpentinen auf geflickten Asphalt führen in ein Waldstück. Die Luft wird kühler, es riecht nach Moos. Seit Sonja ihren 125er Führerschein hat, erfahre ich wieder, warum Motorrad fahren ein Erlebnis ist. Auf Auslandsreisen sowieso, denn in vielen Ländern gibt es gar keine Schnellstrassen, auf denen über 100 km/h gefahren wird. Doch nun geniessen wir auch hier in Deutschland die schönen Verbindungen über Land. Auf dem Weg nach Köln, Düsseldorf, Aachen, Göttingen, entdeckten wir Alleen, Seitenwege und Abkürzungen. Sonja mit ihrer kleinen Yamaha SR 125 und ich mit der BMW F 650. Autobahnen machen auch keinen Sinn, die Yamaha ist einfach nicht schneller, egal auf welcher Strasse. Sie zwingt uns förmlich zum Landstrassen – Glück.

Langsam geht die Sonne unter und wir schlängeln uns an der Ruhr entlang. Mit zwei so unterschiedlichen Maschinen unterwegs zu sein ist allerdings auch ein komisches Bild. Wir überziehen das Klischee des Motorradpaares: Der übermotorisierte Mann und die Frau auf dem Anfängermoped. Nebenbei bemerkt: In manchen Kreisen gilt auch die F650 als „Einsteiger- und Frauenmotorrad“.
Doch jetzt komme ich mir vor, wie auf einem Dampfer, der neben einem Segelboot daherschippert. Um Sonja nicht ständig abzuhängen fahre ich anders als gewohnt. Entweder bin ich vorne und blicke ständig in den Rückspiegel, um Sonja nicht abzuhängen. Oder ich fahre ihr hinterher, das ist mir sogar lieber. So geniesse ich das wiederentdeckte Landstrassenfahren. Allein der Umstand, dass die BMW schneller sein KÖNNTE und dass ich letztlich unter meinen Verhältnissen fahre nervt.
Sollte ich auch auf eine 125er umsteigen?

Sonja in Allee

3 Gedanken zu „Wiederentdeckung der Landstrasse

  1. So als zusätzliches Mopped ist eine 125er bestimmt nicht schlecht und für dich gibt’s da auch Schöne, die etwas höher sind. Das macht dann bei gemeinsamen Touren noch mehr Spaß

  2. Downsizing .. wieso nicht … in der schweiz sind auf landstrassen nur 80 … ich bin von 78 pferden auf 48 und die 28 der ennie machen z.z. sogar am meissten spass …. 🙂

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