pp88 – Die Beta Geschichte

Claudio und die Beta Alp 4.0

In dieser Sendung erzähle ich, wie ich mit der Unterstützung der Motorradreiseszene ganz schnell ein neues Motorrad fand – eine Beta Alp 4.0. Was sich alles in den letzten zwei Wochen ereignete, erzähle ich in diesem Podcast:

pp88.mp3-Datei

Shownotes:

Wir sehen und hören uns nach der Sommerpause!

Indonesische Adventure-Bikes

Sumatra 2014Als wir im Sommer 2014 unsere Sumatra – Reise begannen, mussten wir erst einmal zwei Motorräder organisieren. In der Hauptstadt Medan ist es offenbar unüblich, sich Mopeds zu mieten. Doch mit der Hilfe von Freunden kamen wir doch noch an diese beiden „Adventure – Bikes“, auf denen wir die indonesische Insel vier Wochen lang erkundeten: Sonja fuhr eine Honda Revo 110 (rechts) und ich eine Honda Supra Fit (links). Das sind typische südasiatische Mopeds deren Bauweise auf die Honda Cup zurückgeht. (vgl. auch Honda Super Cup, Honda Innova, Honda Wave und viele andere). Mit ihrem tiefen Einstieg und der breiten Plastikverkleidung sehen sie aus wir Roller. Doch die 17 Zoll – Reifen, der luftgekühlte Motor und der Kettenantrieb sind die Zutaten eines klassischen Motorrads. An die Halbautomatik – Schaltung mussten wir uns erst einmal gewöhnen, man schaltet mit einer Fußwippe 4 Gänge nach unten durch ohne zu kuppeln. Diese Schaltung macht alles mit, wir konnten notfalls auch im vierten Gang anfahren. Sumatra Adventure BikesAuch die 100 – 110 ccm mit 7 – 8 PS sind im indonesischen Verkehr absolut ausreichend. Trotz der schlimmen Straßenzustände waren wir sowohl on- als auch offroad gut unterwegs. Selbst wenn etwas kaputt gegagen wäre, müssten wir uns keine Sorgen machen. Denn überall in Indonesien kennen die Werkstätten diese Modelle, Ersatzteile und Know-how gibts auch in kleineren Städten. Auf unserer Tour mussten wir neben Verkleidungsteilen, Blinker, Lampe und Spiegel nur ein paar Sicherungen, eine Batterie und Fussrastengummi ersetzten. Tanken war auch einfacher als gedacht. Selbst im kleinsten Dorf gibt es Büdchen, an denen Benzin in Plastikflaschen verkauft wird. Die Maschinen haben zwar nur einen 3-Liter Tank, doch bei einem Verbrauch von 2 Litern auf 100km (auch im Gelände!) kamen wir mit einer Tankfüllung fast 150 km weit. Das ist auf Sumatra schon eine Tagesreise. Tanken auf Sumatra
Für dieses Abenteuer waren die Motorräder perfekt.

Meine neue Honda

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Ich wurde gefragt, was das denn für ein Motorrad sei, auf dem Foto letzte Woche. Richtig, das ist mein neues Motorrad: Eine 125er Honda. Bei der Wahl habe ich wie Sonja auch darauf geachtet, dass die Maschine meine Initialien trägt: Sie hat eine „SR 125“, also fahre ich eine „CG 125“. Dieses Modell von 1997 ist sehr rustikal ausgestattet mit einem luftgekühlten 11 PS – Motor, Trommelbremsen hinten und vorne und Kickstarter. Ursprünglich war dieses Motorrad rot und hatte einen eckigen Scheinwerfer. Ich habe sie ein wenig nach meinem Geschmack umgestaltet. Hier könnt ihr den Veränderungsprozeß sehen:

YouTube – Honda CG125

mein #motwunsch 2014: Kleinere Reisemotorräder

Mit kleinen Mopeds in Sumatra
Liebe Motorradindustrie, macht euch locker! Spart euch den Stress, ihr müsst nicht noch grössere Reiseenduros mit noch mehr PS und Hubraum entwickeln. Verabschiedet euch von dem Gedanken, die BMW 1200 toppen zu müssen. Wozu? Ihr macht euch höchstens lächerlich, wie z.B. KTM mit der „Super-Adventure“. (siehe „Abenteuer, abenschwer„)
Bei dem Satz „Man kann auch mit kleinen Motorräder große Reisen machen“ stimmen alle sofort zu, aber wo sind denn die Adventure Bikes unter 600 Kubik? Sie existieren, doch man muss sie suchen.
Z.B. ist die Yamaha Ténéré 250 seit Jahren in Südamerika auf dem Markt, hier jedoch unbekannt.
Die wäre was für die Zielgruppe die jung ist oder ihr Geld lieber in Reisen als in teure Fahrzeuge investiert. Möglicherweise gibt es Menschen, die nicht einen fünfstelligen Betrag bezahlen wollen, bevor sie überhaupt den ersten Kilometer rollen.
Es gibt sie, die Typen, die mit kleinen Karren große Abenteuer erleben, so wie
Ed March auf einer Honda C90.
Oder Steven Hoffmann auf seiner Yamaha XT 125
Oder Stergios Gogos auf einer Vespa PX 200
Oder Steph Jeavons auf ihrer Honda CRF 250
Auf unserer Reise duch Sumatra waren Sonja und ich auch auf 125er Mopeds unterwegs. On- und Offroad, im indonesichen Großstadtverkehr und in den Bergen. Das hat phantastisch geklappt.

Liebe Motorradindustrie – lasst euch davon inspirieren. Baut „Adventure“ – Maschinen mit 125 – 250 ccm und stattet sie mit Zubehör aus, das sinnvoll und praktisch ist. Gepäcksysteme und Motorschutz für kleine Maschinen! Grosse Tanks sind meistens gar nicht notwendig, da kleine Motoren auch deutlich weniger verbrauchen.
Ihr Entwickler habt die Pläne dafür doch schon lange in der Schublade und traut euch nicht, sie herauszuholen. Dabei könnt ihr nur gewinnen – bei kleinen Menschen, bei Frauen und bei Leuten, die gerne leicht unterwegs. Und bei Reisenden, die wissen, dass man jenseits der westeuropäischen Komfortzone selten schneller als 80 km/h fährt.
Ich wünsche mir mehr Mut für die Motorradindustrie. Mut zu kleineren Maschinen!

Was wünschen sich andere Motorrad-Blogger? Schaut unter #motwunsch nach.

Sonst noch Wünsche?

Die geheimnisvolle Botschaft aus dem Motor meiner Yamaha

Yamaha SR 125Was ist bloß mit meinem Mopped los? Schon wieder ist die Yamaha SR 125 beim Ampelstopp ausgegangen. Bereits zum vierten Mal auf dieser Fahrt. Die Choreographie des Ausgehens ist dabei immer ähnlich: Ich halte an einer roten Ampel und merke, dass der Motor im Leerlauf auf einmal sehr ungleichmäßig läuft und die Drehzahl nicht mehr stabil ist. Dann geht das Motorrad aus. Stille! Erstaunlicherweise springt es aber jedesmal sofort wieder an, sobald ich den Anlasser betätige. Das Problem taucht immer erst nach einer Zeit des Fahrens auf, wenn das Mopped schon warmgelaufen ist.

Seit einigen Wochen begleitet mich dieses Phänomen. Bisher ist es mir noch nicht gelungen, die geheimnisvolle Botschaft aus dem Inneren meines Motorrades zu entschlüsseln.

Zweimal glaubte ich, dem Problem auf die Schliche gekommen zu sein, aber die Erfolge waren nur von kurzfristiger Dauer. Beim ersten Mal hatte ich die Yamaha in professionelle Schrauberhände gegeben. Das Ventilspiel wurde eingestellt und das Gemisch überprüft. Danach lief die kleine Maschine wieder tadellos und ich war erleichtert. Doch nach einer Weile wechselte der Klang des Motors im Standgas wieder von einem eingängigen Rhythmus zu einer asymmetrisch-experimentellen Komposition mit geschickt inszeniertem Motorsterben. Alte Drama-Queen!

Diesmal wollte ich mein Motorrad aber nicht in die Werkstatt bringen. Hatte ich mir nicht vorgenommen, selber öfters Hand anzulegen und mir somit einen bescheidenen Zugang zum Schrauberuniversum zu verschaffen? „Jetzt helfe ich mir selbst!“ lautet die Devise. Aber wie komme ich an das nötige Wissen, um mir selbst zu helfen?

Sonja in der KurveAlso mache ich mich auf die Suche und streife durch diverse Internetforen um dort eine Antwort auf das für mich rätselhafte Leiden der Yamaha zu finden. In den Tiefen des virtuellen Raumes komme ich mehrmals vom Weg ab. Viel Zeit verbringe ich damit, im digitalen Heuhaufen nach der Entschlüsselung der geheimnisvollen Botschaft zu suchen.

Schliesslich findet Claudio im Netz doch noch einen brauchbaren Hinweis und der lautet: Zündkerze checken. Ich mache mich an die Arbeit und fördere eine am unteren Ende schwarz verrußte Zündkerze zutage. Der Austausch gegen ein neues Exemplar bewirkt Wunder – meine Yamaha läuft wieder rund. Nach einigen Wochen und vielen abgespulten Kilometern wieder dasselbe Spielchen: Leerlauf = unregelmäßiges Motorlaufen = Mopped geht aus. Und wie geht’s der Zündkerze? Das untere Ende ist wieder mit einer schwarzen Schicht überzogen, das innere weisse Röhrchen aber noch nicht so stark verfärbt wie bei der Vorgängerin. Jetzt will ich es wissen und starte ein Experiment: Was passiert, wenn ich wieder eine neue Zündkerze einsetzt? Und tatsächlich – bei einer Probefahrt ging das Motorrad nicht ein einziges Mal aus. Mittlerweile ist die Yamaha aber leider auf ihre schlechte Angewohnheit zurückgefallen und stirbt mehrmal während einer Fahrt ab.

Wer hilft mir dabei, die geheime Botschaft meines Motorrads zu entschlüsseln?

Über sachdienliche Hinweise freut sich

eure Sonja

Mit leichtem Gepäck

Sonjas Moped mit Seitentaschen

Wollsocken auf Sumatra? Ein drittes T-Shirt? Auf bisher jeder Motorradreise hatte ich irgendwelche Sachen im Gepäck, die sich als überflüssig erwiesen. Über die Jahre sammelten Sonja und ich Erfahrungen im Packen. Bis kürzlich waren wir immer zu zweit auf einem Motorrad unterwegs. Diese Tatsache lehrte uns, das Gepäck stark zu begrenzen. Die Aufteilung war immer klar: Der eine 40 – Liter Alukoffer für Sonjas Sachen und der andere Alukoffer für den Kocher und meinen Kram. Die Schlafsäcke, Isomatten und Zelt kommen in zwei Packsäcke auf den Gepäckträger hinten. Kamera und Papiere sind vorne im Tankrucksack.

Auf unserer Sumatra – Reise waren wir zum ersten mal auf zwei Motorrädern unterwegs. Wir hätten also deutlich mehr Zeug mitnehmen können. Haben wir aber nicht, im Gegenteil. Da wir auf das Zelt, die Schlafsäcke und den Kocher verzichteten, brauchten wir weniger Gepäck.

Unsere Gepäcklösung für Sumatra: Die Ortlieb – Taschen

„In welcher Tasche ist nochmal das Wasser?“ „In der linken Tasche“ „Welche ist die linke?“ Sonja hatte zwei Motorradseitentaschen mit ingesamt 50 Litern Volumen. Die Teile lassen sich flexibel auf so ziemlich jedes Moped schnallen, auch auf eine indonesische Honda – Halbautomatik. Theoretisch hätte Sonja ihren Kram auch zwischen den beiden Taschen logisch aufteilen können. Praktisch hat sie oft vergessen, ob das gesuchte Teil nun rechts oder links ist.

Ich hatte einen 50 Liter Packsack, den ich hinten auf den Soziussitz schnallte. Das hatte den Nachteil, dass ich jedesmal die Tasche abrödeln musste, um an den Tankstutzen unter dem Sitz zu kommen. Obwohl sich die Tasche oben öffnen lässt, habe ich oft gewühlt und gesucht, denn Ordnung gibt in so einer runden Tasche ohne Fächer einfach nicht. Also musste ich mir auch nicht merken, wo was steckte. Einfach nur suchen. Für den Kleinkram hatte ich noch einen Tankrucksack, der sich auch als Rucksack nutzen lässt.

Claudios PacksackÖfter Waschen

Alle drei Tage wird gewaschen, daher brauchen nur wenige Klamotten, eine Tube Waschmittel und eine Leine. Beim Fahren trugen wir in Sumatra verstärkte Jeanshosen mit Protektoren, die auch als „normale“ Hosen taugen. Zusätzlich reicht eine weitere Hose aus leichtem schnelltrocknenden Material. Neben den Motorradstiefeln hatten wir noch jeweils ein paar leichte Schuhe und Flipflops dabei, die wir auch im Bad trugen. In manchen Unterkünften waren wir nicht sicher, ob die Betten je frisch bezogen wurden. Wir schliefen stets in dünnen Seideninlays, das ersparte uns Bettzeug und Schlafsack.

Werkzeug ist auch Zeug

Flickzeug und Luftpumpe, Sicherungen, Prüflampe und Kabel sowie ein Grundstock an Werkzeug hatte ich auf bisher jeder Reise dabei. Erfahrungsgemäß ist Klebeband der wichtigste Nothelfer auf Reisen. Diesmal reduzierte ich das Werkzeug noch mehr und verliess mich hauptsächlich auf ein Multitool. Das war ein Fehler, den ich schon am ersten Abend bemerkte, als ich an unseren Motorrädern einige verrostete Schrauben lösen wollte und das Tool nachgab. Warum hatte ich nur so ein Billigteil dabei?

Da ich vor der Reise nicht wusste, welche Motorräder wir in Sumatra fahren werden, hatte ich unterschiedliche Flachsicherungen mitgenommen. Die einzige Sicherung, die während der Tour immer wieder kaputt ging, war eine altmodische Glassicherung für den Elektrostarter. Also nutzte ich immer den Kickstarter.Werkzeug für Sumatra

Auch in Zukunft werden wir Dinge mitnehmen, von denen ich hoffe, sie nie zu brauchen. So haben wir immer ein kleines Medizintäschchen dabei, aus dem wir meist nur ein paar Schmerz- und Magentabletten brauchen. Verbände und Malariamedizin bringen wir regelmäßig ungeöffnet wieder mit nach Hause.

Am wichtigsten ist die Erfahrung, dass es in allen Ländern auch fast alles gibt, was wir so alltäglich brauchen, Hygieneartikel, Kleidung, Werkzeug oder Ersatzteile. Wenn man nicht allzu exotische Motorräder fährt. Oder wenn man, wie ich Schuhgröße 45 hat. Ersatzsocken hätte ich auf Sumatra nicht gefunden. Brauchte ich aber auch nicht.

Unsere Sponsoren

Bescherung von Touratech

Sonja und ich waren stolz wie Oskar, als wir den Motorrad-Reise-Förderpreis bekamen und damit Sponsoren für unsere Fahrt durch Sumatra. Unsere Idee, diese Reise als Audio-Reportage zu dokumentieren hatte die Jury überzeugt. Plötzlich waren wir in der komfortablen Situation uns die Unterstützer und die Ausrüstung selbst auswählen zu können. Das sind nun die Sponsoren unserer Sumatra-Reise: Der Nitschke-Verlag, Touratech und Baehr tec.

Bei Touratech durften wir uns Zubehör für die Reise aussuchen. Auf den ersten Blick war das knifflig, denn wir wissen noch gar nicht, was für Motorräder wir in Sumatra fahren werden. Weiterlesen

Das Ende der Fahrschul-Ära

DSC_0033Der weisse Sportwagen mit Fahrlehrer und Prüfer braust davon und für einen kurzen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Verdutzt stehe ich am Strassenrand und schaue auf die kleine Plastikkarte in meiner Hand. Ich habe tatsächlich gerade meine praktische Führerscheinprüfung bestanden. Schnell verstaue ich den neuen Führerschein in meinem Portemonnaie. Bevor der Prüfer doch noch seine Meinung ändert und mir den Führerschein wieder wegnimmt! Aber nichts dergleichen passiert. Ich schaue auf mein Motorrad, dass mich so gutmütig durch die Prüfung getragen hat. Wir sind wirklich ein tolles Team! Zum ersten Mal fahre ich alleine auf meinem Motorrad vom TÜV nach Hause. Kein überdimensionierter Nierengurt mit der Aufschrift „Fahrschule“ behindert mehr meine Beweglichkeit. Kein Fahrschulauto ist hinter mir im Spiegel zu sehen. Keine knarzenden Anweisungen sind mehr über das Funkgerät zu hören. Nur die Yamaha SR125 und ich! Ein sehr erhaben-jungfräulicher Moment ist das. An der nächsten Ampel hält neben mir das Auto einer anderen Fahrschule. Am Steuer ein junger Mann mit einem angestrengten Gesichtsausdruck. Der Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz scheint eindringlich auf ihn einzureden. Erleichtert schalte ich in den ersten Gang. Diese Ära gehört Gott-sei-Dank der Vergangenheit an…

Bye bye Simson

SimsonjaLangsam rollt die Simson von unserer Einfahrt. Wehmütig winke ich ihr hinterher. Ein letzter Blick – dann verschwindet sie hinter der nächsten Strassenecke. Eigentlich fährt sie gar nicht selbst: Ein Auto mit Anhänger transportiert sie in eine andere Stadt. Zwei Jungs aus Köln haben sie mitgenommen. Der eine – völlig unerfahren, aber mit einem grossen Leuchten in den Augen beim Anblick des Moppeds. Der andere – ein versierter Simsonschrauber, den die Zicken der Maschine nicht abschrecken. Keine Frage, sie ist jetzt in sehr guten und begeisterten Händen gelandet. Und in erfahreneren als den meinen. Irgendwann ging es im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr voran mit der Simson und es erschien mir absurd und aussichtslos, noch mehr Zeit und Geld in dieses Motorrad zu investieren. Trotzdem möchte ich die Zeit mit ihr nicht missen. Was das Schrauben angeht habe ich auch ein bisschen dazugelernt: Wie man einen Vergaser auseinander baut, reinigt und einstellt, wo die Zündkerze zu finden ist und wie man sie kontrolliert etc. Weiterlesen

Schrauben statt fahren

SimsonjaJetzt habe ich also mein erstes Motorrad, eine weinrote Simson S51. Anfangs „läuft“ alles super und das alte ostdeutsche Fräulein hält sich mit ihren Zipperlein noch zurück. Nach den ersten Fahrversuchen im Industriegebiet wird mein Radius immer grösser. Bald reicht es mir nicht mehr, zusammen mit Claudio zu unserem Übungsgelände zu fahren und dann eine zeitlang von allen Seiten um ihn herumzukurven. Also fährt Claudio mit der F650 vor und ich knattere mit der Simme hinterher. Wir sind sicher ein lustiger Anblick: Ein extrem langsam fahrendes großes Motorrad und ein kleines Mopped – hart an der Grenze zur (gefühlten) Überschallgeschwingigkeit. In dieser Konstellation manövriere ich die Simson durch die Hügel und Täler der Elfringhauser Schweiz und erlebe dabei auch ganz persönliche Höhen und Tiefen. An Steigungen verliert das alte Mokick dermaßen stark an Leistung, dass ich sie locker zu Fuss überholen könnte. Oft geht sie auch zwischendurch aus, lässt sich zum Glück aber noch immer wieder Ankicken. Einmal fahren wir sogar von Hattingen bis nach Essen-City und zurück, immerhin fast 30 Kilometer. Für Claudio ist es die Entdeckung der Langsamkeit, für mich eine wahrhafte Expedition. Weiterlesen