Sumatra – das Interview

Sonja und Claudio in Sumatra

Radio RPR1 hat uns zu einem Interview über unsere Sumatra – Reise eingeladenIn der Sendung „Mein Abenteuer“ sprechen wir über unsere Erlebnisse auf der indonesischen Insel, die wir 2014 auf zwei landestypischen Mopeds durchquerten.

Über diese Reise haben wir auch eine sechsteilige Hör-Doku produziert, die ihr hier findet:
https://pegasoreise.wordpress.com/sumatra/

pp79 – Namibia 2015

Namibia 2015Wir erkunden Namibia, das Land der Wüsten auf einer Yamaha XT Ténéré. In der Hauptstadt Windhoek erzählt Pfarrer Lorenst, wie das Zusammenleben unterschiedlicher Volksgruppen funktioniert. Nicki, eine Deutsch-Namibianierin stellt uns die Bikerszene in Karibib vor. In der Nähe von Keetmanshoop müssen wir unseren Hinterreifen flicken. Wir werden Zeugen eines Motorradunfalls auf einer völlig versandeten Straße und ändern unsere Reiseroute. Auf dem Weg zur Küste fahren wir an den Wüstenpferden vorbei und übernachten in Lüderitz an der Küste. Überall begegnen uns die Spuren der deutschen Kolonialzeit. Zum Schluss der Reise stellen wir mal wieder fest, dass wir noch viel mehr Zeit in diesem wunderschönen Land verbringen könnten.

Musik: Windhoek Warrior: Bots Classic, Gasnoprod: Orient De Volkanz

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Campen in der Kalahari

Namibia 2015

Die meisten Strassen Namibias sind Schotterpisten. Wir tuckern zu zweit auf der Yamaha Ténéré über festeren Untergrund und lockere Steine. Ständig muss ich aufpassen, in der richtigen Spur zu bleiben, denn zwischen den Rinnen sammelt sich der Sand. Mit 60 km/h geht es durch die Savanne der Kalahari. Die Sonne brennt in den Augen, doch die trockene Luft lässt die Hitze gut aushalten. Sonja erinnert mich regelmässig daran, eine kurze Pause zu machen und Wasser zu trinken. Abseits der großen Verbindungsstrassen kommt uns nur selten ein Auto entgegen. Hier sehen wir nur die braun – graue Landschaft bis zum Horizont und alle paar Stunden eine Farm. Kurz vor Keetmanshoop kommen wir an ungewöhnlichen Steinformationen vorbei. Rechts der Piste sind kleinere und größere Felsen wie Türme gestapelt. Dazwischen wachsen Köcherbäume, eine seltene Baumart mit dicken Stämmen und vielen dünnen Ästen, die steil nach oben ragen. Wir halten am Eingang einer Farm an, hier wollen wir campen.
KöcherbaumEinige Farmen und fast alle Guesthouses und Lodges bieten auch Campingplätze an. Der namibische Luxus an Fläche wird hier deutlich, die Stellplätze sind mehrere hundert Meter voneinander entfernt. „Braai“ ist das afrikaanse Wort für Grillen und ein Braai gehört zum Campen selbstverständlich dazu: jeder Stellplatz hat einen eigenen Grill. Im Farmhaus bekommen wir Feuerholz und kaufen schmackhaftes Springbockfleisch. Wir bauen unser Zelt im Sonnenuntergang auf, direkt neben den Köcherbäumen. Um acht Uhr abends ist es dann stockfinser, wir sind erschöpft von der Fahrt und geniessen das Braai. Im Schein der Glut und der Taschenlampen kriechen wir in unsere Schlafsäcke.

Braai

Sonja und ich haben uns schnell an diesen für uns ungewöhnlichen Rythmus angepasst. Wir schlafen früh ein und stehen bei Sonnenaufgang um 6.00 Uhr auf. Zum einen um in der Frühe zu fotografieren und um das Zelt rechtzeitig abzubauen, bevor es zu heiss wird. Um 8.00 Uhr scheint die Sonne schon sehr stark und Schattenplätze gibt es fast garnicht.

Doch heute morgen haben wir andere Sorgen: der hintere Reifen der Ténéré ist platt. Das ist uns gestern gar nicht aufgefallen. Ich bocke das Motorrad auf, baue das Hinterrad aus und versuche mit zwei Montiereisen den Mantel von der Felge zu lösen, vergeblich. Es ist schon ein Glück, dass wir nun hier auf der Farm den Reifen reparieren können und nicht irgendwo draussen im Niemansland. So schleppe ich das Rad einen knappen Kilometer bis zur Scheune. Mit der Hilfe von zwei Mitarbeitern und einem dicken Hammer bekommen wir den Mantel gelöst.

Reifen flickenSchlauch flicken

Eine dicke Dorne steckt im Reifen, wir müssen lange mit einer Zange herumprokeln, bis wir sie entfernt haben. Ein neuer Schlauch wird in den Reifen gezogen und den alten flicken wir. Der kommt als Ersatz mit, denn Bäume und Büsche mit Dornen gibt es viele in Namibia, sie sehen aus wie Stacheldraht und sind fest wie Nägel. Ich beneide an dieser Stelle ein wenig die Autofahrer, die hier immer mit mindestens zwei Ersatzreifen unterwegs sind. Wir nehmen uns vor, zukünftig nicht unter Bäumen zu parken und auf Äste am Strassenrand zu achen. Als Motorradfahrer sind wir auf den Pisten Namibias allerdings noch ganz anderen Gefahren ausgesetzt, wie wir zwei Tage später erfahren müssen.

Camping

Durch die Wüste

  Alles ist hellbraun, überall sehe ich nur Sand. Vor mir reicht die Piste über kleine Hügel bis zum Horizont. Im Rückspiegel sehe ich ebenfalls den Horizont. Rechts und links von mir auch nur Sand und ein paar Hügel. Ich fahre weiter und hinter den Hügeln geht die Piste weiter. Bis zum Horizont. Die Namib.

Durch die Wüste zu fahren war schon lange mein Traum. Dass ich jetzt sogar auf einem Motorrad durch den Namib Naukluft Park rausche ist wirklich etwas ganz besonderes. Ich bin beruflich in Namibia unterwegs und besuche verschiedene kirchliche Projekte. Statt eines klimatisierten Mitewagens habe ich mir ein Motorrad geliehen und bevor Sonja nächste Woche kommt, sammle ich schon mal Erste Erfahrungen.  Auf dem Weg zur Küste nehme ich nicht die Hauptstraße sondern die Route über einen nicht asphaltierten Weg zwischen Karibib und Swakopmund. Die knappen 200 km sehen auf der Landkarte klein aus. Vor Ort wird mir bewußt welch riesige Dimensionen dieses Land hat.

 Schotter in allen Variationen fliegt unter den Stollenreifen hinweg, grober Schotter, feiner Schotter, Steine, Sand und ganz viel Staub. Nur wenige andere Fahrzeuge sind hier unterwegs. Vielleicht fünf Geländewagen rauschen in den vier Stunden an mir vorbei und ziehen eine Staubfahne hinter sich her. Anfangs schlängelt sich die Straße noch vorbei an kleinen Bäumen und Büschen, die mit ihren dünnen Blättern und Nadeln keinen Schatten in der sengenden Sonne Afrikas bieten. Nach und nach wird aus der Steppe eine Wüste wie sie im Bilderbuch steht, flach und sandig. Diese Lanschaft fasziniert mich, doch ich verspüre großen Respekt und auch Angst. Wenn hier irgendwas passiert, kann ich nicht darauf vertrauen, dass jemand vorbeikommt. Zu Fuß kann ich auch nicht die 100 Kilometer bis zum nächsten Ort laufen. 

Die Yamaha Ténéré ist dem Namen nach ein Wüstenmotorrad, doch viel Erfahrung mit Sandfahrten habe ich nicht. Kaum schneller als 60 km/h fahre ich, hinter jedem Hügel ändert sich der Untergrund. Ich darf nicht bremsen, nicht stürzen, nicht abrupt lenken, ich muss gleichmässig Gas geben und den Blick nach vorne richten. Hinter jeder Kurve, hinter dem nächsten Hügel hoffe ich, die Stadt Swakopmund zu erblicken. Doch ich sehe wieder nur Sand bis zum Horizont. Ich fahre weiter und weiter und weiter.

 Plötzlich sehe ich das Schild „Dust Free Section 2km Ahead“. Kurz darauf erkenne ich, was das bedeutet: Die Piste endet hier, es beginnt der Asphalt. Euphorisiert gebe ich Gas, hier ist wieder die Zivilisation, ich habe überlebt!

Noch ist der Teer die einzige Veränderung, die Strasse führt weiter bis zum Horizont durch die Namib. Doch langsam wird es kühler und Wind kommt auf. Das muss das Meer sein. Tatsächlich fahre ich gerade auf die Westküste Namibias zu. Noch bin ich in der Wüste, doch es riecht schon nach Salz und Fisch. Der Wind wird stärker und von einem Augenblick auf den anderen stehe ich am Meer. Es kommt mir surreal vor, aber kurz vor Swakopmund trennt die Küstenstrasse die wilde Brandung von der Wüste. Zwischen Palmen und Dünen stelle ich das Motorrad ab und ziehe meine Fleecejacke an. Was für ein Erlebnis!

  

Wüsten-Sozia

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Seit anderthalb Jahren habe ich jetzt meinen Motorradführerschein – und seitdem bin ich nicht einmal wieder auf dem Sozius mitgefahren. In nur wenigen Tagen schlüpfe ich aber zurück in meine alte Rolle als Sozia – natürlich nur auf Zeit. Dann reise ich nach Namibia wo mich Claudio und eine Yamaha XT 660 erwarten. Zwei Wochen haben wir dann Zeit, gemeinsam auf einem Motorrad den Süden des riesigen Landes zu erkunden – bis hin zur Namibwüste. Eine grosse Maschine zu mieten war schon schwierig genug. Ein 125er Mopped für mich zu finden – ein Ding der Unmöglichkeit. Kleine Motorräder scheinen in Namibia nicht so verbreitet zu sein wie zbsp. auf Sumatra. Da ist sie wieder – die Benachteiligung von kleinen Motorradfahrern! Aber ich bin ganz sicher: Die Reise wird auch so abenteuerlich genug für mich. Schliesslich war ich bisher noch nie in Afrika…

pp77 – Expedition zu den Polen

Claudio und Sonja in PolenAuf dem Rückweg machen wir Rast und erzählen von unserer Polenreise. Mit unseren 125er Motorrädern fuhren wir vom tiefen Westen Deutschlands bis kurz vor die Ukrainische Grenze und zurück. Wir sprechen über die Wiederentdeckung von Claudios Familie, über drei Platten an Sonjas Moped und über das deutsch-polnische Verhältnis.

pp77.mp3-Datei

Den Titel dieser Sendung haben wir uns von einem lesenswerten Buch von Steffen Möller geliehen. Wir verschenken wieder eine Hör-CD „Jalan-jalan Sumatra“ an unsere Hörer und hoffen, dass wir uns wiedersehen auf dem MRT Gieboldehausen!

Hier noch ein paar Fotos unserer Polenreise 2015:

Zurück in Sumatra

Hochzeit in SumatraNach unserem Sumatra Abenteuer 2014 hätte ich mir nicht träumen lassen, so schnell wieder zurück zu kehren. Doch als mein Arbeitgeber mich bat, auf eine Konferenz nach Indonesien zu fahren, konnte ich nicht nein sagen.
Obwohl ich erst drei Tage auf Sumatra bin, habe ich das Gefühl, schon wieder ganz tief in diese komplett andere Welt eingetaucht zu sein. Kurz vor der Konferenz lud mich meine indonesische Kollegin Mery zu ihrer Hochzeit ein, die sie in der Tradition ihres Batak – Volkes feierte. Also reiste ich ein paar Tage früher an um an diesem Spektakel teil zu nehmen.
Hunderte festlich gekleidete Menschen kamen zusammen, Männer in edlen Batikhemden und Frauen in glitzernden Sarong-Kleidern. In mehreren Gruppen tanzten die Gäste miteinander und legten dem Brautpaar festliche Schals um. Dazu spielte eine Liveband hämmernde Batak-Beats, eine Mischung aus traditioneller Folklore und Keyboard – Schlager. Verwandte und Freunde des Paares schnappten sich zwischendurch das Mikrofon und riefen Segens- und Glückwünsche durch die scheppernde Anlage.
Es fasziniert mich, wie die Bataks so streng traditionell und gleichzeitig so locker und humorvoll feiern können. Beim Tortor – Tanz werden hauptsächlich die Handgelenke und Finger bewegt, was sehr elegant aussieht und auch von den Urgroßeltern getanzt werden kann. Hier sind alle irgendwie miteinander verwandt und ich darf als einziger ausländischer Gast auch eine kleine Rede improvisieren.
Nach 11 Stunden ist die Party vorbei, anschliessend sitze ich noch bis spät abends mit der Familie der Braut auf dem Fussboden des Gästehauses. Wir knabbern frittierten Fisch mit Reis und unterhalten uns auf englisch und indonesisch.
Hochzeitspaar
Sumatra und speziell die Batak Kultur wären für mich nur exotische Erlebnisse, wenn ich nicht auch ein paar Freunde unter diesen wunderbaren Menschen gefunden hätte. Das ist es, was für mich das Reisen so wertvoll macht: Die Begegnungen und Gespräche mit Menschen, die für einige Zeit zu Schwestern, Brüder oder auch Eltern werden. Auf Reisen wie diesen habe ich gelernt, dass es sich lohnt, für Freundschaften offener zu sein, als es unsere deutsche Verschlossenheit zulässt.
Bloggen in Indonesien
Jetzt sitze ich auf einem Bambusbett im Gästezimmer, es sind 30 Grad und da es heute regnete, ist die Luftfeuchtigkeit erstickend hoch. Die Sonne ist pünktlich um sieben Uhr untergegangen und das gleichmässige Quaken und Grillenzirpen wird nur unterbrochen von dem Ruf des Muezzins. Drei Küchenschaben habe ich vertrieben, gleich mache ich das Licht aus und lege mich schlafen. Was in den nächsten Tagen noch passiert? Keine Ahnung. Ich lasse es mal auf mich zukommen.

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Hoffnung und Abschied

Palmölplantagen bis zum Horizont

Palmölplantagen bis zum Horizont

So viele Palmen wie hier an der Ostküste Sumatras haben wir noch nicht gesehen. In den Bergen fuhren wir mit den Mopeds durch so unterschiedliche Wälder, sogar Tannen wuchsen dort. Jetzt rollen wir wieder über den Trans-Sumatra-Highway vorbei an Plantagen, auf denen Ölpalmen in schnurgeraden Linien gepflanzt sind.
„Diese Palmölplantagen sind ein großes Problem für den Wald auf Sumatra. Sie entstehen auch an den Rändern des Urwalds und werden immer größer.“ Der drahtige Indonesier Adji setzt sich für den Schutz der Regenwälder auf Sumatra ein. „Internationale Konzerne investieren große Summen in Palmöl. Wir versuchen die lokale Bevölkerung aufzuklären, damit sie wieder ein Bewusstsein für das wertvolle Ökosystem Sumatras bekommt.“ Die Stiftung YEL, für die Adji arbeitet, bildet Kleinbauern in ökologischen Lanbau aus und schützt Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, wie die Orang Utangs. Adji erzählt, wie sie die durch Brandrodungen vertriebenen Affen retten und wieder dem Urwald zuführen. Brände haben wir viele auf unserer Tour gesehen, von kleinen Müllbergen hinterm Haus bis zu großen Rauchwolken in den Wäldern. Menschen wie Adji und Organisationen wie YEL (www.yelweb.org) sehen die Zukunft Sumatras nicht nur als Rohstofflieferant für Palmöl, sondern als ein wertvolles Naturerbe für die kommenden Generationen Indonesiens.

Adji, der Waldschützer

Adji, der Waldschützer

Aus dem ländlichen Hinterland sind wir im Verkehrsinferno von Medan gelandet. Mühsam kämpfen wir uns durch die Blechlawinen der Großstadt. „Überholt werden und überholen lassen“ ist hier das Motto. Bei unserer Freundin Bungapola fühlen wir uns wie zuhause, hier verbringen wir noch ein paar Tage. Die Motorräder lassen wir gründlich waschen und die Werkstatt wechselt ein paar kaputte Verkleidungsteile. Schweren Herzens geben wir die Hondas zurück, die uns einen Monat lang zuverlässig über viele Kilometer quer durch Sumatra begleitet haben. Mit Stella und Maes gehen wir noch einmal Essen und am letzten Abend werden wir zu einer Hochzeit eingeladen. Sonja bekommt extra ein „Sarong“, ein typisch indonesisches Kleid. Nach dem Brauch des Batak – Volkes treffen sich die Familie und Freunde, also mehrere hundert Gäste zum Feiern in einem Saal. Frauen mit knallbunten Kleidern und toupierten Haaren und Männer in Batik-Hemden tanzen im Kreis um das Brautpaar, legen ihnen traditionelle Schals um die Schultern und sprechen ihnen stundenlang gute Wünsche zu. Währenddessen spielt eine Band spielt Batak – Musik, eine Mischung aus Folklore und Schlager. Die Leute winken uns zu, schütteln Hände, wir unterhalten uns soweit es geht und lachen viel.

Auf der Hochzeit

Auf der Hochzeit

Für uns geht die Reise zu Ende. Von den wunderbaren Menschen, die uns eingeladen, unterstüzt und geholfen haben verabschieden wir uns, bevor wir in den Flieger steigen. Terima Kasih! Mauliate! Thank you! Danke!

pp67 – Grüße aus Sumatra

Sonja und Claudio in SumatraVon einem Strassencafé in Sumatra senden wir akustische Grüße und schildern ein paar Eindrücke unserer Motorradreise. Wir haben viele Geräusche, Interviews und O-Töne aufgenommen, die wir erst später in Ruhe zu einer Dokumentation zusammenschneiden werden. Bis dahin gibt es erst einmal unsere Blogeinträge und diesen 15 Minuten – Podcast.
Bis bald und Selamat jalan!
Sonja & Claudio

PegasoPodcast MP3

Gestrandet in den Bergen

Unterwegs in den BergenWie weit ist es bis Takengon? Laut Karte sind es 60 km, ein Indonesier versichert uns 300 km. Hier in den Bergen Nordsumatras können wir uns auf nichts verlassen. Mal rauschen wir mit den Mopeds über guten Asphalt, mal geht es kilometerweise durch groben Schotter. Mal fahren wir durch enge Kurven bergauf und dann wieder lange bergab. Bei den Abfahrten machen wir es so wie die anderen hier: Motor abstellen und dann 20 Minuten lang rollen lassen. Irgenwann wird es abend, es regnet und wir sind immer noch in der Einsamkeit der Berge unterwegs. Bis Takengon schaffen wir es ganz sicher nicht mehr. An einem Kiosk in einem kleinen Dorf frage ich, ob es hier ein Hotel oder eine Unterkunft gibt. Keine Chance, hier gibt es nichts. Wir haben gerade mal die Hälfte der Strecke geschafft und sind ratlos. Der Kioskbesitzer deutet uns an, dass wir in seinem Haus übernachten können. Es ist eine einfache Holzhütte, zwei Zimmer, drei Glühbirnen, ein Fenster. Wir nehmen die Einladung gerne an, was bleibt uns anderes übrig?

unser Gastgeber Gaul und Familie

unser Gastgeber Gaul und Familie

Noch bevor wir das Gepäck von den Motorrädern gerödelt haben, versammeln sich Freunde und die Familie vor dem Haus. Viele Frauen und Kinder sind dabei, wir unterhalten uns mit Händen und Füssen. Auf der Landkarte zeigt Sonja, wo wir bisher unterwegs waren. Eine besonders kommunikative Frau zeigt uns auf der Karte das Dorf, in dem wir sind. In dieser Gegend lebt das Volk der Gayo, erklärt sie uns langsam und geduldig. Mit einem Wörterbuch und vielen Zeichen tauschen wir uns über die Sprachen Indonesisch, Deutsch und Gayo aus. Zwischendurch kommen immer wieder neue Leute, setzen sich dazu, stellen Fragen und lachen mit uns. Es ist mittlerweile stockfinster geworden. Gaul, der Kioskbesitzer bringt uns Tee und Reis mit Eiern zum Abendessen. Wir legen uns in der Stube auf den Teppich zum Schlafen. Hinterm Haus ist ein Reisfeld, es ist still im der Nacht.

Versammlung im Haus

Versammlung im Haus

Am nächsten Morgen verabschieden wir uns herzlich von Gaul und seiner Familie. Wieder einmal sind wir erstaunt und dankbar für die Gastfreundschaft. Mit den Mopeds knattern wir weiter durch die Berge. Bis Takengon sind wir noch vier Stunden unterwegs. Hinter uns liegt der landschaftlich schönste Abschnitt dieser Reise.