Kennzeich-EN

Sonjas Kennzeichen-

Wir sind umgezogen. Jetzt sind Sonja und ich stolze Besitzer von zwei Garagen und einem Limettenhaus in Essen. Das bedeutete auch viel Papierkram für uns, wir mussten uns abmelden, anmelden und ummelden. Bei den Motorrädern stellte sich auch die Frage, ob wir unsere alten Kennzeichen übernehmen wollen oder neue bekommen. Seit 2015 darf man beim Umzug das alte Kennzeichen behalten, der bürokratische Aufwand des Ummeldens ist jedoch derselbe. Ich musste mir beim Strassenverkehrsamt Wochen (!) vorher online einen Termin klicken, unsere ganzen Papiere mitbringen und mir unfreundlich erklären lassen, dass eine Vollmacht von Sonja nur gültig ist, wenn ich auch ihren Ausweis mitbringe. Also machte ich noch einen weiteren Termin. Bei meinem Moped habe ich entschieden, das alte „EN“ – Kennzeichen des Ennepe-Ruhr-Kreises zu behalten. Ich erkläre nun hiermit, dass „EN“ für „Essener Neubüger“ steht. Sonja legt aber Wert darauf, ein echtes Essener „E“ – Kennzeichen zu bekommen. Ich dachte, wenn ich also schon ein neues anmelde, sollte es dann ein Wunschkennzeichen werden. E-SR 125 für wäre für ihre Yamaha SR125 sehr passend gewesen, ist aber nicht mehr zu bekommen. Also entschied ich mich für E-SR 156. Sonja hat sich sehr darüber gefreut.

Was meint ihr – würdet ihr euer Kennzeichen beim Umzug wechseln oder legt ihr sogar Wert darauf, das alte zu behalten?

pp93 – Ein Leben auf zwei Rädern

Daniel Rintz und Josephine Flohr

Daniel Rintz begann vor neun Jahren eine Weltreise mit dem Motorrad. 2012 veröffentlichte er den Film „Somewhere Else Tomorrow“. Anschliessend brach er zusammen mit seiner Freundin Josephine Flohr auf, um Amerika von Nord bis Süd und Afrika von Süd nach Nord zu durchqueren. Nach drei Jahren Abenteuern sind die beiden wieder zurück in Deutschland und arbeiten an einem neuen Film über die gemeinsamen Abenteuer. Wir trafen sie auf dem Motorrad-Reise-Treffen MRT Geiboldenhausen 2017, wo sie uns ein Live-Interview gaben. Einen Vortrag über ihr Leben auf zwei Rädern werden sie am 14. Oktober 2017 beim Lagerfeuer Duisburg halten.

Shownotes:

Gepäckträger für die Beta Alp

Beta Alp mit Gepäck

Die Beta Alp 4.0 ist nicht das typisches Reisemotorrad, eher ein kleines, sportliches Moped zum gemütlichen Endurowandern. Das gemütliche Reisen ist genau mein Ding und und da ich den luftgekühlten Einzylinder mag, habe ich mir letztes Jahr eine Alp zugelegt. Ich will das Moped aber auch für längere Reisen nutzen, also brauchte es noch drei wichtige Veränderungen:

  1. eIne neue Lackierung in weiss
  2. einen höheren Sattel
  3. ein Gepäcksystem

Die seitlichen Gepäckträger habe ich mir maßgeschneidert bauen lassen, jetzt haben die Softbags genug Abstand vom Hinterrad und dem Auspuff. Mehr Details seht ihr im Video:

pp88 – Die Beta Geschichte

Claudio und die Beta Alp 4.0

In dieser Sendung erzähle ich, wie ich mit der Unterstützung der Motorradreiseszene ganz schnell ein neues Motorrad fand – eine Beta Alp 4.0. Was sich alles in den letzten zwei Wochen ereignete, erzähle ich in diesem Podcast:

pp88.mp3-Datei

Shownotes:

Wir sehen und hören uns nach der Sommerpause!

Sumatra in MotorradAbenteuer

Sumatra MAIm aktuellen MotorradABENTEUER – Magazin Mai/Juni 2016 erscheint der fünfseitige Artikel „Jalan-jalan Sumatra“ über unsere Reise durch Indonesien mit vielen Fotos und Tipps. Ergänzend dazu könnt ihr unsere Erlebnisse, Gespräche und Klänge der Reise als Hör-Dokumentation noch einmal nachhören oder herunterladen (mit linker Maustaste auf die mp3-Datei klicken):

SumatraTeil1-mp3-Datei

SumatraTeil2.mp3-Datei

Sumatra Teil3.mp3-Datei

Sumatra Teil4.mp3-Datei

SumatraTeil5.mp3-Datei

SumatraTeil6.mp3-Datei

Weitere Infos zur Sumatra-Reise findet ihr hier: https://pegasoreise.wordpress.com/sumatra/

pp85 – Max auf Weltreise

maxkratz_usa_01222 Jahre alt war Max, als er seine Weltreise mit einer Honda Afrika Twin startete. Mittlerweile ist er wieder zurück und erzählt in dieser Sendung von seinen Erfahrungen. Dabei sind es vor allem die Gefühle zwischen Faszination und Frustration, die er beschreibt. „Reisen verändert Menschen“ und Max berichtet, wie ihn die Erlebnisse in Pakistan, Indien und den USA prägten.

pp86-Max_auf_Weltreise.mp3

Shownotes:

pp82 – Freiheitenwelt Brasilien

Zuviel WasserMartin Leonhardt ist seit über zwei Jahren auf Weltreise mit seiner KTM 1190 Adventure R. In dieser Sendung erzählt er von seinen Erlebnissen in Brasilien, ganze 16 Monate verbrachte er in diesem wunderbaren Land.

pp82.mp3-Datei

Shownotes:

Frage an euch: Wie hört ihr unsere Sendung?

Das #motwunsch-Musikvideo

Der Protestsong gegen den Größenwahn der Motorradindustrie hat jetzt auch ein Video. Letztes Jahr taten wir uns mit einigen Motorradbloggern zusammen und formulierten unsere Wünsche an die Motorradwelt unter dem Hashtag #motwunsch. Sonja verpackte ihre Forderungen als Rap. Im Laufe des Jahres drehten wir dazu einzelne Szenen, die wir nun als Musikvideo präsentieren. Und jetzt alle zusammen: „Ich möchte ein Bike mit einem tiefen Sitz, sonst gebe ich euch von meinem Geld NIX!“

Link zum Video: https://youtu.be/e52mKRRACW0

Campen in der Kalahari

Namibia 2015

Die meisten Strassen Namibias sind Schotterpisten. Wir tuckern zu zweit auf der Yamaha Ténéré über festeren Untergrund und lockere Steine. Ständig muss ich aufpassen, in der richtigen Spur zu bleiben, denn zwischen den Rinnen sammelt sich der Sand. Mit 60 km/h geht es durch die Savanne der Kalahari. Die Sonne brennt in den Augen, doch die trockene Luft lässt die Hitze gut aushalten. Sonja erinnert mich regelmässig daran, eine kurze Pause zu machen und Wasser zu trinken. Abseits der großen Verbindungsstrassen kommt uns nur selten ein Auto entgegen. Hier sehen wir nur die braun – graue Landschaft bis zum Horizont und alle paar Stunden eine Farm. Kurz vor Keetmanshoop kommen wir an ungewöhnlichen Steinformationen vorbei. Rechts der Piste sind kleinere und größere Felsen wie Türme gestapelt. Dazwischen wachsen Köcherbäume, eine seltene Baumart mit dicken Stämmen und vielen dünnen Ästen, die steil nach oben ragen. Wir halten am Eingang einer Farm an, hier wollen wir campen.
KöcherbaumEinige Farmen und fast alle Guesthouses und Lodges bieten auch Campingplätze an. Der namibische Luxus an Fläche wird hier deutlich, die Stellplätze sind mehrere hundert Meter voneinander entfernt. „Braai“ ist das afrikaanse Wort für Grillen und ein Braai gehört zum Campen selbstverständlich dazu: jeder Stellplatz hat einen eigenen Grill. Im Farmhaus bekommen wir Feuerholz und kaufen schmackhaftes Springbockfleisch. Wir bauen unser Zelt im Sonnenuntergang auf, direkt neben den Köcherbäumen. Um acht Uhr abends ist es dann stockfinser, wir sind erschöpft von der Fahrt und geniessen das Braai. Im Schein der Glut und der Taschenlampen kriechen wir in unsere Schlafsäcke.

Braai

Sonja und ich haben uns schnell an diesen für uns ungewöhnlichen Rythmus angepasst. Wir schlafen früh ein und stehen bei Sonnenaufgang um 6.00 Uhr auf. Zum einen um in der Frühe zu fotografieren und um das Zelt rechtzeitig abzubauen, bevor es zu heiss wird. Um 8.00 Uhr scheint die Sonne schon sehr stark und Schattenplätze gibt es fast garnicht.

Doch heute morgen haben wir andere Sorgen: der hintere Reifen der Ténéré ist platt. Das ist uns gestern gar nicht aufgefallen. Ich bocke das Motorrad auf, baue das Hinterrad aus und versuche mit zwei Montiereisen den Mantel von der Felge zu lösen, vergeblich. Es ist schon ein Glück, dass wir nun hier auf der Farm den Reifen reparieren können und nicht irgendwo draussen im Niemansland. So schleppe ich das Rad einen knappen Kilometer bis zur Scheune. Mit der Hilfe von zwei Mitarbeitern und einem dicken Hammer bekommen wir den Mantel gelöst.

Reifen flickenSchlauch flicken

Eine dicke Dorne steckt im Reifen, wir müssen lange mit einer Zange herumprokeln, bis wir sie entfernt haben. Ein neuer Schlauch wird in den Reifen gezogen und den alten flicken wir. Der kommt als Ersatz mit, denn Bäume und Büsche mit Dornen gibt es viele in Namibia, sie sehen aus wie Stacheldraht und sind fest wie Nägel. Ich beneide an dieser Stelle ein wenig die Autofahrer, die hier immer mit mindestens zwei Ersatzreifen unterwegs sind. Wir nehmen uns vor, zukünftig nicht unter Bäumen zu parken und auf Äste am Strassenrand zu achen. Als Motorradfahrer sind wir auf den Pisten Namibias allerdings noch ganz anderen Gefahren ausgesetzt, wie wir zwei Tage später erfahren müssen.

Camping

Durch die Wüste

  Alles ist hellbraun, überall sehe ich nur Sand. Vor mir reicht die Piste über kleine Hügel bis zum Horizont. Im Rückspiegel sehe ich ebenfalls den Horizont. Rechts und links von mir auch nur Sand und ein paar Hügel. Ich fahre weiter und hinter den Hügeln geht die Piste weiter. Bis zum Horizont. Die Namib.

Durch die Wüste zu fahren war schon lange mein Traum. Dass ich jetzt sogar auf einem Motorrad durch den Namib Naukluft Park rausche ist wirklich etwas ganz besonderes. Ich bin beruflich in Namibia unterwegs und besuche verschiedene kirchliche Projekte. Statt eines klimatisierten Mitewagens habe ich mir ein Motorrad geliehen und bevor Sonja nächste Woche kommt, sammle ich schon mal Erste Erfahrungen.  Auf dem Weg zur Küste nehme ich nicht die Hauptstraße sondern die Route über einen nicht asphaltierten Weg zwischen Karibib und Swakopmund. Die knappen 200 km sehen auf der Landkarte klein aus. Vor Ort wird mir bewußt welch riesige Dimensionen dieses Land hat.

 Schotter in allen Variationen fliegt unter den Stollenreifen hinweg, grober Schotter, feiner Schotter, Steine, Sand und ganz viel Staub. Nur wenige andere Fahrzeuge sind hier unterwegs. Vielleicht fünf Geländewagen rauschen in den vier Stunden an mir vorbei und ziehen eine Staubfahne hinter sich her. Anfangs schlängelt sich die Straße noch vorbei an kleinen Bäumen und Büschen, die mit ihren dünnen Blättern und Nadeln keinen Schatten in der sengenden Sonne Afrikas bieten. Nach und nach wird aus der Steppe eine Wüste wie sie im Bilderbuch steht, flach und sandig. Diese Lanschaft fasziniert mich, doch ich verspüre großen Respekt und auch Angst. Wenn hier irgendwas passiert, kann ich nicht darauf vertrauen, dass jemand vorbeikommt. Zu Fuß kann ich auch nicht die 100 Kilometer bis zum nächsten Ort laufen. 

Die Yamaha Ténéré ist dem Namen nach ein Wüstenmotorrad, doch viel Erfahrung mit Sandfahrten habe ich nicht. Kaum schneller als 60 km/h fahre ich, hinter jedem Hügel ändert sich der Untergrund. Ich darf nicht bremsen, nicht stürzen, nicht abrupt lenken, ich muss gleichmässig Gas geben und den Blick nach vorne richten. Hinter jeder Kurve, hinter dem nächsten Hügel hoffe ich, die Stadt Swakopmund zu erblicken. Doch ich sehe wieder nur Sand bis zum Horizont. Ich fahre weiter und weiter und weiter.

 Plötzlich sehe ich das Schild „Dust Free Section 2km Ahead“. Kurz darauf erkenne ich, was das bedeutet: Die Piste endet hier, es beginnt der Asphalt. Euphorisiert gebe ich Gas, hier ist wieder die Zivilisation, ich habe überlebt!

Noch ist der Teer die einzige Veränderung, die Strasse führt weiter bis zum Horizont durch die Namib. Doch langsam wird es kühler und Wind kommt auf. Das muss das Meer sein. Tatsächlich fahre ich gerade auf die Westküste Namibias zu. Noch bin ich in der Wüste, doch es riecht schon nach Salz und Fisch. Der Wind wird stärker und von einem Augenblick auf den anderen stehe ich am Meer. Es kommt mir surreal vor, aber kurz vor Swakopmund trennt die Küstenstrasse die wilde Brandung von der Wüste. Zwischen Palmen und Dünen stelle ich das Motorrad ab und ziehe meine Fleecejacke an. Was für ein Erlebnis!