Wo sind Sonja & Claudio?

polen

Wir werden sesshaft. Nach langem Suchen haben wir ein Haus gefunden, in dem wir uns niederlassen wollen. Es ist eine alte, sanierungsbedürftige Bude in der es viel zu reparieren und zu gestalten gibt: Das Limettenhaus. Die nächsten Monate werden wir uns ganz darauf konzentrieren, aus dieser Baustelle ein Zuhause zu machen. Daher gibt es erst einmal keine neuen Motorrad-Reise-Podcasts von uns. Doch auf dieser Seite findet ihr über 90 Sendungen, die ihr nachhören könnt. Und wenn es euch interessiert: Wir haben einen neuen Podcast gestartet, in dem wir unser neues Leben im alten Haus dokumentieren. Besucht uns auf unserer Seite Limettenhaus.de.

Die geheimnisvolle Botschaft aus dem Motor meiner Yamaha

Yamaha SR 125Was ist bloß mit meinem Mopped los? Schon wieder ist die Yamaha SR 125 beim Ampelstopp ausgegangen. Bereits zum vierten Mal auf dieser Fahrt. Die Choreographie des Ausgehens ist dabei immer ähnlich: Ich halte an einer roten Ampel und merke, dass der Motor im Leerlauf auf einmal sehr ungleichmäßig läuft und die Drehzahl nicht mehr stabil ist. Dann geht das Motorrad aus. Stille! Erstaunlicherweise springt es aber jedesmal sofort wieder an, sobald ich den Anlasser betätige. Das Problem taucht immer erst nach einer Zeit des Fahrens auf, wenn das Mopped schon warmgelaufen ist.

Seit einigen Wochen begleitet mich dieses Phänomen. Bisher ist es mir noch nicht gelungen, die geheimnisvolle Botschaft aus dem Inneren meines Motorrades zu entschlüsseln.

Zweimal glaubte ich, dem Problem auf die Schliche gekommen zu sein, aber die Erfolge waren nur von kurzfristiger Dauer. Beim ersten Mal hatte ich die Yamaha in professionelle Schrauberhände gegeben. Das Ventilspiel wurde eingestellt und das Gemisch überprüft. Danach lief die kleine Maschine wieder tadellos und ich war erleichtert. Doch nach einer Weile wechselte der Klang des Motors im Standgas wieder von einem eingängigen Rhythmus zu einer asymmetrisch-experimentellen Komposition mit geschickt inszeniertem Motorsterben. Alte Drama-Queen!

Diesmal wollte ich mein Motorrad aber nicht in die Werkstatt bringen. Hatte ich mir nicht vorgenommen, selber öfters Hand anzulegen und mir somit einen bescheidenen Zugang zum Schrauberuniversum zu verschaffen? „Jetzt helfe ich mir selbst!“ lautet die Devise. Aber wie komme ich an das nötige Wissen, um mir selbst zu helfen?

Sonja in der KurveAlso mache ich mich auf die Suche und streife durch diverse Internetforen um dort eine Antwort auf das für mich rätselhafte Leiden der Yamaha zu finden. In den Tiefen des virtuellen Raumes komme ich mehrmals vom Weg ab. Viel Zeit verbringe ich damit, im digitalen Heuhaufen nach der Entschlüsselung der geheimnisvollen Botschaft zu suchen.

Schliesslich findet Claudio im Netz doch noch einen brauchbaren Hinweis und der lautet: Zündkerze checken. Ich mache mich an die Arbeit und fördere eine am unteren Ende schwarz verrußte Zündkerze zutage. Der Austausch gegen ein neues Exemplar bewirkt Wunder – meine Yamaha läuft wieder rund. Nach einigen Wochen und vielen abgespulten Kilometern wieder dasselbe Spielchen: Leerlauf = unregelmäßiges Motorlaufen = Mopped geht aus. Und wie geht’s der Zündkerze? Das untere Ende ist wieder mit einer schwarzen Schicht überzogen, das innere weisse Röhrchen aber noch nicht so stark verfärbt wie bei der Vorgängerin. Jetzt will ich es wissen und starte ein Experiment: Was passiert, wenn ich wieder eine neue Zündkerze einsetzt? Und tatsächlich – bei einer Probefahrt ging das Motorrad nicht ein einziges Mal aus. Mittlerweile ist die Yamaha aber leider auf ihre schlechte Angewohnheit zurückgefallen und stirbt mehrmal während einer Fahrt ab.

Wer hilft mir dabei, die geheime Botschaft meines Motorrads zu entschlüsseln?

Über sachdienliche Hinweise freut sich

eure Sonja

Von der Soziasonja zur Simsonja

Sonjas Simson

Wie die Simson ins Spiel kommt…

Jetzt steht das „Abenteuer Motorradfahren“ an. Eines ist mir klar: Um nicht völlig ahnungslos bei einer Fahrschule aufzuschlagen, will ich schon vorher etwas Fahrpraxis und Erfahrung mit dem Handling eines Motorrads sammeln. Aber wie soll das gehen? „Mit einer 50 ccm Maschine mit Fußschaltung natürlich!“ rät mein Bruder. Also muss ein Motorrad her, dass diese Voraussetzungen erfüllt: Ein motorisiertes Zweirad, dass sich schalten lässt wie ein großes Bike und trotzdem mit dem normalen Autoführerschein gefahren werden darf. Leider gibt es heutzutage in der 50 ccm Klasse nur noch Roller mit Automatikschaltung auf dem Markt. Schade eigentlich. Bei den „Oldtimern“ machen wir dann die Entdeckung: Eine Simson scheint perfekt für mein Vorhaben zu sein. Das kleine DDR-Motorrädchen hat eine 4-Gang-Schaltung und darf wegen einer Sonderregelung sogar 60 km/h fahren. Auf ihr kann ich nach Herzenslust das Ein- und Auskuppeln und das Hoch- und Runterschalten trainieren. An einem superheißen Junitag 2013 kaufen wir in Essen eine weinrote Simme. Weiterlesen